Gib mir Fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Die Highlights der Woche, diesmal mit: WOHA, Essl Art Award, Benjamin Badock, Been out, Michaela Melián

Frankfurt am Main: WOHA. Architektur atmet

Hinter WOHA verbergen sich Mun Summ Wong und Richard Hassel. Die aus China und Australien stammenden Architekten haben es sich zur Aufgabe gemacht, zukunftsweisende Bauten zu entwerfen, die letztendlich auch gebaut werden. Zuvor noch auf tropisch-offene Einfamilienhäuser spezialisiert, konzentrieren sie sich mittlerweile auf Mega-Wohnparks oder Hotel- und Bürotürme.

Dabei geht es vor allem um Nachhaltigkeit: Solarenergie, Wasseraufbereitungsanlagen und natürliche Belichtung sind große Bestandteile der Architekturen in Asien, etwa der preisgekrönten Wohntürme "Newton Suites" in Singapur oder "The Met" in Bangkok. Dieses Jahr wurden sie außerdem mit den internationalen RIBA (Royal Institute of Builders and Architects)-Award in London ausgezeichnet. Die Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt zeigt die Entwürfe und realisierten Bauten auf großformatigen Fotos sowie Projekttexte und Interview-Auszüge des aufstrebenden Architektenduos.

2. Dezember 2011 bis 29. April 2012

Klosterneuburg: Essl Art Award CEE

Junge Künstler aus Mittel- und Südosteuropa sind mit 14 Werken auf der Ausstellung zum Essl Art Award Cee 2011 vertreten. Zwei Wochen lang reiste Sammlerin Agnes Essl mit den Juroren nach Bulgarien, Kroatien, Rumänien, Slowenien, Tschechien, Ungarn und in die Slowakei und studierte die dortigen Kunstszenen. Danach wurden zehn Künstler pro Land nominiert, von denen jeweils zwei ausgewählt wurden. Schwerpunkte waren dabei Fragen, inwieweit soziale, politische und ökonomische Aspekte die jungen Kunstschaffenden bei ihrer Arbeit beeinflussen. Sie haben sich verschiedenster Medien bedient, neben Malerei gibt auch Videos und Installationen zu sehen. Darüber hinaus erwarten den Besucher Arbeiten von vier zusätzlich eingeladenen Künstlern, die ebenfalls aus den bereisten Ländern stammen. Die Jury besteht aus je einem Mitglied pro Land und zwei Stimmen aus dem Essl Museum. Die Preise sind jeweils auf 3500 Euro dotiert.

7. Dezember 2011 bis 12. Februar 2012

Delmenhorst: Benjamin Badock. Untitled (AHA!)

Die "Plattenbauten", die Benjamin Badock seit 2007 in knallig farbigen Holzschnitten ins Bild setzt, sind von unterschiedlicher Art: Mal eher dürftig und roh, mal protzig oder bieder künden diese breitbeinigen Haustypen auf durchaus humorvolle Weise von der Utopie funktionaler Architektur. Rund 70 Arbeiten – Holzdrucke, wandfüllende Tableaus und Installationen – präsentiert der Leipziger Künstler jetzt in der Städtischen Galerie Delmenhorst. Neben der bekannten Werkgruppe der "Plattenbauten" sind in der Ausstellung auch aktuelle Grafiken Badocks zu sehen, dessen Interesse sich seit einigen Jahren stärker auf die Menschen hinter den Häuserfassaden, das Leben der Hausbewohner, auf ihre Interieurs richtet.

3. Dezember 2011 bis 5. Februar 2012

Dortmund: Been out (Vol.1)

Sie kommen aus Kolumbien, Brasilien, Argentinien, Südafrika, Estland und Deutschland, sechs junge Künstler, die sich daran gemacht haben, öffentliche urbane Räume wie brachliegende Industrieareale, uniforme Einkaufsmeilen oder leerstehende Läden in wirtschaftlichen Krisenzeiten für die Kunst zu erobern. Sie tun dies mit Performances, mit einer interaktiven Klanginstallation, mit Street Art und mit Fotografie. Eine Ausstellung in der Dortmunder Kulturwerkstatt "Ständige Vertretung", organisiert von der Initiative Bohéme Précaire, stellt die sechs Projekte jetzt vor. Sie wurden aus über 200 Bewerbungen ausgewählt. Alle eingereichten Arbeiten sind in der online-Galerie Kunst.labor zu sehen, einem Channel des Kulturportals 2010lab.tv.

3. Dezember bis 10. Dezember 2011

Nordhorn: Michaela Melián

Die Künstlerin und Musikerin Michaela Melián erhält dieses Jahr den 32. Kunstpreis der Stadt Nordhorn. Die Professorin für zeitbezogene Medien an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg orientiert sich in ihren Arbeiten oftmals an historischen Ereignissen, die sie mit anderen Gegebenheiten verbindet und verfremdet. Ein Beispiel dafür wäre die Arbeit "Rückspiegel", eine Videoinstallation, bei der sie mit weiteren Künstlern ein Interview führt. Deren Pionierarbeit in Sachen Multimedia-Installationen gilt als verschollen, was zum Thema des transkribierten Gesprächs gemacht wird. Gelesen wird es von Schauspielern der Münchner Kammerspiele, ein weiterer Aspekt der Verfremdung. In der
preisgekrönten Audioarbeit "Memory Loops" ist es per Mausklick möglich, auf einer Stadtkarte von München Orte aufzurufen. Schauspieler sprechen dann Erinnerungen von Menschen aus, die in der Zeit von 1933 bis 1945 NS-Terror genau an diesen Plätzen erlebt haben. Die Künstlerin arbeitet mit weiteren unterschiedlichen Medien wie Zeichnung, Fotografie und selbst komponierter Musik.

3. Dezember 2011 bis 12. Februar 2012, Eröffnung und Preisverleihung am 2. Dezember, 19:30 Uhr