Serra-Plastik - Vandalismus

Vom Kunstverständnis der Schweizer Bahn

Die Schweizerischen Bundesbahnen ließen an eine aus zwei Stahlträgern bestehende Plastik des amerikanischen Bildhauers Richard Serra, die in einer Fußgängerunterführung unter den Bahngleisen steht, einen metallenen Handlauf schweißen
Nacht-und-Nebel-Aktion der SBB:Skulptur von Richard Serra verschandelt

Von den Schweizer Bundesbahnen (SBB) mit einem Handlauf verunstaltet: Richard Serras Stahlplastik "Maillart Bridge Extended"

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben ihre Distanz zur zeitgenössischen Kunst demonstriert. In der Stadt Fribourg ließen Sie einen Handlauf auf eine Plastik schweißen, die Richard Serra 1988 in einer Fußgängerunterführung aufgestellt hatte, die unter den Eisenbahngleisen über den Fluss Saane führt.

Der bereits damals weltberühmte amerikanische Plastiker wollte mit zwei L-förmigen Stahlträgern, die über die beiden Treppen zur Unterführung gesetzt sind, die Brücke verlängern, die der Berner Ingenieur und Brückenbauer Robert Maillart aus Stahl gebaut hat. Das Werk "Maillart Bridge Extended" soll vier Millionen Franken wert sein, wie Serras Galerist für Europa, Alexander von Berswordt (Galerie m), den "Freiburger Nachrichten" mitteilte. Der Leiter des Fribourger Kulturamtes, Gérald Berger, spricht von einem "Skandal".

Die Bahn ist in Eigenregie vorgegangen, ohne den Kanton, der das Kunstwerk besitzt, zu informieren. Der Pressesprecher der SBB erläuterte: "Es gab immer wieder Reklamationen von verschiedenen Seiten bezüglich der Sicherheit beim Treppenaufgang zur Grandfey-Brücke." Nun soll der Schaden wiedergutgemacht werden. Alexander von Berswordt wird Anfang September nach Fribourg reisen, damit ein Schlosser unter seiner Anleitung das Geländer entfernen und die Stahlskulptur restaurieren kann.