Ruhrblicke - Essen

Das neue Bild vom Ruhrgebiet

Ein "Who is Who" der deutschen Fotografie: Hilla Becher, Jitka Hanzlová, Candida Höfer, Jörg Sasse, Thomas Struth und Andreas Gursky stellen aus. Ihre Werkreihen sind zum Teil im Auftrag der "Ruhr.2010" entstanden.

Seinen letzten großen Auftritt hatte das in Essen errichtete SANAA-Gebäude in Wim Wenders’ Spielfilm "Palermo Shooting". Ein Andreas Gursky nachempfundener Fotograf fand hier sein Atelier, allerdings war hinter den Fenstern nicht die benachbarte Zeche Zollverein zu sehen, sondern dank digitaler Bildbearbeitung die Düsseldorfer Skyline.

Eine erstklassige Fotografieausstellung

In den nächsten sechs Monaten soll der derzeit leer stehende Kubus, entworfen von Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa, dem in Tokio ansässigen Architekturbüro SANAA, endlich wieder Perspektiven auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets eröffnen: Unter dem Titel "Ruhrblicke" wird im Rahmen des Kulturhauptstadt-Programms eine erstklassige Fotografieausstellung über den gesellschaftlichen Wandel dieser traditionsreichen Industrieregion gezeigt.
Zu den Teilnehmern zählen Größen der deutschen und internationalen Kunstszene, beispielsweise Hilla Becher, Jitka Hanzlová, Candida Höfer, Jörg Sasse und Thomas Struth; ihre Werkreihen sind zum Teil im Auftrag der "Ruhr.2010" entstanden. Zahlreiche Fotografien der von einem zweisprachigen Katalog (Verlag der Buchhandlung Walther König, 29,80 Euro, im Buchhandel 39,80 Euro) dokumentierten Ausstellung fallen ähnlich symbolisch aus wie die Wahl des Ausstellungsortes.
Andreas Gurskys Aufnahme von hängenden Kleidergärten fasst den Bergbau in einem ikonischen Motiv zusammen, Thomas Struths Blick in den Schacht einer Reaktoranlage überführt die regionale Industriegeschichte in die Gegenwart, und mit dem von Candida Höfer fotografierten Interieur der Stadthalle Mülheim ist dann auch der Übergang des Ruhrgebiets zur Kulturmetropole geschafft. Abseits der großen historischen Routen sind Jitka Hanzlová, Laurenz Berges und Jörg Sasse unterwegs. Hanzlová porträtiert Menschen und Orte ihrer Essener Heimat, Berges hat nicht mehr genutzte Wohn- und Vereinsgebäude aufgesucht und Sasse Fotos aus privaten Alben am Computer überarbeitet und Hunderte Unikate zu einem auf sprechende Weise unzuverlässigen Bildgedächtnis arrangiert.

"Ruhrblicke"

Termin: bis 24. Oktober 2010, SANAA-Gebäude, Essen.
http://www.essen-fuer-das-ruhrgebiet.ruhr2010.de/programm/bilder-entdecken/fotografie/ruhrblicke