Ulla von Brandenburg - Wien

Ganz schön existenziell

Die Wiener Secession zeigt Installationen, Filme und temporäre Wandbilder der deutschen Künstlerin Ulla von Brandenburg.

Es ist ein Drama für sich, dass Ulla von Brandenburg noch nie in Wien, der Stadt der großen Theatergefühle, ausgestellt hat.

Arbeitet die 1974 in Karlsruhe geborene Künstlerin doch genau mit den Mitteln und Konventionen des Theaters, um uns dorthin zu führen, wo sie uns haben will: an den Schnittpunkt zwischen Sein und Schein, wie es immer wieder so schön in den Ankündigungstexten über ihre Installationen, Filme und temporären Wandbilder erklärt wird.

Das heißt dort, wo wir uns fragen müssen: Wo stehe ich? Wie sehe ich mich selbst, wie sehen mich andere, wie bewege ich mich auf welcher Bühne? Und was wird hier überhaupt gespielt? Es kann also ganz schön existenziell werden, wenn man etwa durch die vielen bauschig-bunten Vorhangbahnen wandelt, die Brandenburg von der Decke hängen lässt. Oder wenn man in einem fröhlich gestreiften Zirkuszelt einen Schattentheaterfilm als exklusiven Moment vorgegaukelt bekommt. Die Intensität einer Live-Situation als Illusion, das ist schön gemein.

Auch für den Hauptraum der Wiener Secession ist im Sommer ein neuer Film entstanden, in dem aufgeladene Gesten und Posen relativ isoliert vorgeführt werden, mittels einer durchgehenden Kamerafahrt durch eine Kulissenstraße. Dieser Film wird in einer von Brandenburgs raumgreifenden Bühneninstallationen zu sehen sein, einer Art Drehbühne, die auch als Sitzmöbel dienen soll und bei der ebenfalls Stoffe zum Einsatz kommen, wie Kuratorin Annette Südbeck verrät. Speziell auf den Ort, auf die Wiener Theatertradition oder die Secession als historische Kulisse für legendäre Künstlerfeste, geht Brandenburg nicht ein, "es ist eher eine autonome Setzung", so Südbeck.

Ulla von Brandenburg – Innen ist nicht Außen

19. September bis 10. November,
Secession, Wien

Der Katalog erscheint erst Ende des Jahres gemeinsam mit der Kestnergesellschaft in Hannover, er gibt einen Überblick über Brandenburgs Schaffen der vergangenen fünf Jahre.
http://www.secession.at/newsletter/2013_09_d.html#brandenburg