Sargent and the Sea - Royal Academy of Arts

Sommer, Sonne, Strand

Meeresansichten des großen US-amerikanischen Porträtisten John Singer Sargent in der Royal Academy of Arts in London.

Als der 18-jährige John Singer Sargent (1856 bis 1925) sein Studium an der Pariser École des Beaux Arts begann, habe er seine Kommilitonen und Lehrer mit seinem technischen Können in Erstaunen versetzt, sagt Kuratorin Ann Dumas von der Royal Academy.

Alles, was den hauptsächlich in Paris und London tätigen Amerikaner später als Porträtisten der High Society auszeichnete, war damals schon zu sehen: seine freien, fließenden Pinselstriche, sein Gefühl für Licht und Atmosphäre, seine Wahrhaftigkeit. Die in der Schau in London gezeigten mehr als 80 Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle aus den Anfangsjahren seiner künstlerischen Laufbahn seien also keineswegs die ersten Gehversuche eines jungen Malers, sondern "technisch brillante Werke eines reifen Künstlers".

In den Jahren 1874 bis 1880 bereiste der damals in Paris ansässige Sargent ausgiebig Europa und frönte seiner Leidenschaft für das Meer. Er fuhr an die Küsten der Normandie und der Bretagne, auf die Insel Ca-pri, zu einer Reihe von Mittelmeerhäfen und nach Marokko. Überall zeichnete und malte er, fasziniert vom Treiben an den Stränden und in den Häfen, aber auch vom Meer selbst, vom Spiel der Wellen und den stürmischen Himmeln.

Neben dem Ölbild "En route pour la peche" (1878), das Frauen im Hafen von Cancale auf dem Weg zu ihren Austernbänken zeigt, sind in der Schau einige Sturm­szenen zu sehen, die auf der Überfahrt zu einem Amerikabesuch entstanden. Detaillier­te Darstellungen von Takelagen in einem wenig bekannten Skizzenbuch zeigen, dass Sargent auch mit der technischen Ausrüstung von Schiffen vertraut war. Die Schau endet mit einer Gruppe von Aquarellen, die Sargent mehr als 20 Jahre später in Venedig schuf und mit denen er eindeutig seinem Vorbild William Turner Tribut zollte.

"Sargent and the Sea"

Termin: bis 26. September, Royal Academy of Arts, London. Der Katalog ist bei Yale University Press erschienen und kostet im Museum 16,95 Pfund
http://www.royalacademy.org.uk/

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