New Museum - New York

So innovativ wie Jesus

Der Name lässt aufhören: "Younger Than Jesus" heißt die erste Triennale, die das New Museum von New York ankündigte. Womit feststeht, dass die 1977 gegründete, für frische Ideen bekannte Institution für zeitgenössische Kunst nicht vorhat, sich auf ihrem Erfolg auszuruhen.
So innovativ wie Jesus:Triennale als Facebook der jungen Kunstwelt

Erst Ende 2007 hat das New Museum sein von den Architekten Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa/SANAA entworfenes Gebäude aus silbrig schillernden Bauklötzen auf der Bowery in Manhattans Süden bezogen

Erst vor acht Monaten hatte das Museum sein neues, gefeiertes, von den Architekten Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa/SANAA entworfenes Gebäude aus silbrig schillernden Bauklötzen auf der Bowery bezogen. Ab 2009 soll alle drei Jahre jungen Künstlern aus der ganzen Welt die Chance gegeben werden, sich in einer Gruppenausstellung auf Manhattans Lower East Side zu präsentieren.

Warum das Museum für seinen ersten Triennale-Auftritt den ungewöhnlichen Namen wählte, begründete Direktorin Lisa Phillips mit dem Argument, dass Jesus in seinen jungen Jahren mehr Veränderungen bewirkte als jeder andere. An der Triennale teilnehmen können ausschließlich Künstler, die jünger als 33 sind. So sollen die Künstler, die in ihren jungen Jahren mit den Internet und internationalen Konflikten aufwachsen sind, den Kollaps des Turbo-Kapitalismus oder die bitteren Konsequenzen der Globalisierung erlebt haben, für einen radikalen gesellschaftlichen Wandel stehen. Neben Kuratoren aus dem eigenen Hause wie Massimiliano Gioni sind 200 internationale Kundschafter aktiv. Dazu zählen Schriftsteller, Lehrer, Kritiker, Blogger, Kuratoren und natürlich Künstler. Ihre Ideen werden in den Katalog der Triennale einfließen.

Die erste Ausstellung, die so etwas wie das Facebook der jungen Kunstwelt verkörpern soll, steigt bereits im nächsten Frühjahr und wird das komplette Museum vereinnahmen. Es wird nicht nur Kunst gezeigt, sondern auch analysiert, was die Künstler ausmacht und beobachtet, wie sie arbeiten. "Während die meisten Ausstellungen über eine Generation Retrospektiven sind, sieht diese voraus", sagt Phillips, die der jungen Kunst offensichtlich viel zutraut. Für Außenstehende sei die Arbeit einer neuen Generation oftmals unbegreiflich, ihre Sprache wunderbar fremd. Aber sie würde "Dringlichkeiten offen legen, die Zukunft erahnen und das Neue formen."

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