Francis Bacon Ausstellung

Späte Ehrung für einen grossen Maler

In Madrid wird die erste Retrospektive eines der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts gezeigt – 60 Gemälde von Francis Bacon im Prado.
Qual und Leid:60 Gemälde von Bacon werden im Prado ausgestellt

Plakette auf Bacons Geburtshaus

Im April des Jahres 1982 reiste der britische Maler Francis Bacon, durch exzessiven Alkoholkonsum bereits körperlich ruiniert, nach Madrid, um im Prado eine Retrospektive des Malers Diego Velázquez zu besuchen. Er starb in Madrid am 28. April an den Folgen eines Herzinfarkts. Bacon zählte zu den größten Malern des 20. Jahrhunderte, seine Bilder von Menschen, deren Physiognomien durch Qual und Leiden verzerrt und entstellt sind, sprechen von einer Welt ohne Hoffnung und von menschlichen Existenzen am Rande des Abgrunds.

Bacon war einer der am meisten ausgestellten Künstler des letzten Jahrhunderts – allein die Stadt, in der er starb, bildet eine unrühmliche Ausnahme. Lediglich 1978 wurde eine kleine Studioausstellung in der Fundación Juan March in Madrid gezeigt.

Jetzt aber holt Madrid Versäumtes nach: In Zusammenarbeit mit der Tate Britain in London (wo die Ausstellung vom 11. September 2008 bis zum 4. Januar 2009 zu sehen war) und dem Metropoltan Museum of Art in New York, wo sie anschließend ausgestellt werden wird, organisierte der Prado eine Werkschau, die wohl eine der größten überhaupt ist. Gezeigt werden rund 60 Werke aus der Zeit von 1946 bis 1991. Darunter sind auch15 seiner berühmten Triptychen. Eines basiert auf dem Gedicht "Sweeney Agonistes" von T. S. Elliott, ein anderes ist der Erinnerung an Bacons unter nie ganz geklärten Umständen gestorbenen Lebensgefährten George Dyer gewidmet.

Madrid hat auch deshalb eine starke Affinität zu Bacon, weil dieser sich dezidiert auf spanische Künstler von Diego Velázqzez über Francisco de Goya bis zu Pablo Picasso berufen hat. Picasso war es nach Bacons eigenen Worten, der ihn überhaupt erst dazu gebracht hat, Maler zu werden. Ein Besuch in der Galerie Rosenberg Ende der zwanziger Jahre hatte Bacon tief berührt: "Dort habe ich erfasst, welche Möglichkeiten der Realität es in der Malerei gibt. Picasso! Picassos Werke der Jahre 1926 bis 1930. Sie hatten mir einen Schock versetzt und in mir den Wunsch geweckt, Maler zu werden." Der Einfluss von Diego Velázquez schlägt sich unter anderem in den Variationen von dessen Porträt des Papstes Innozenz X. nieder.

"Francis Bacon"

Termin: 3. Februar bis 19. April, Museo del Prado, Paseo del Prado o. Nr. 28014, Madrid
http://museoprado.mcu.es/