Gib mir fünf! - Tipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Jede Woche präsentieren wir Kunst, die Sie nicht verpassen dürfen. Diesmal mit mit chaotischen Zeichnern, symbiotischen Streetart-Künstlern und digitalem Overload.

Erlangen: Peter Land

Eigentlich ist Peter Land, Jahrgang 1966, noch viel zu jung für einen Überblick übers Gesamtwerk, aber in Erlangen zeigt er nichts weniger als eine "vorausschauende Retrospektive", so der ironische Titel der Ausstellung.

Der in Kopenhagen lebende Land hat 2005 im dänischen Pavillon auf der Biennale in Venedig ausgestellt. Seine Videoarbeiten über das männliche Scheitern sind tatsächlich kleine Klassiker: Mit vollem Körpereinsatz fällt er in "The Staircase" die Treppe hinunter oder in "Step Ladder Blues" immer wieder von der Leiter. Erlangen zeigt nun seine Vielseitigkeit, auch seine comicartigen Gemälde und Zeichnungen sowie Installationen.

"Peter Land – Absolute Perfection", Kunstpalais Erlangen, 18. Januar bis 24. März

Düsseldorf: Drawing a universe

Auf den ersten Blick chaotisch, doch dann einer feinen Ordnung folgend – in diesem Prinzip sind die Zeichnungen, Objekte und Installationen der sieben Künstler angelegt, die im KAI10 gezeigt werden. Wenn William Engelen Partituren faltet, entstehen daraus nicht nur Papierobjekte, sondern bei der Live-Aufführung auch neue, ungelenke Musikstücke. Jorinde Voigt kombiniert ihre großformatigen Zeichnungen erstmals auch mit Collageelementen beruhend auf botanischen und erotischen Darstellungen aus Japan. Jenny Michel baut ihre delikate Vorstellung des Paradieses aus Karton, Holz und Papier.

"Drawing a Universe" im KAI10 Raum für Kunst, Düsseldorf, 19. Januar bis 23. März, Eröffnung 18. Januar 19 Uhr

Berlin: "The World is Stable Now"

In der Wüste Marokkos ragen seltsame Ruinen in den Himmel: chinesische Tempel, römische Paläste, amerikanische Tankstellen. Es sind die Hinterlassenschaften von Hollywood-Streifen wie "Kundun", "Gladiator" oder "The Hills have Eyes", die am Rand des Atlas-Gebirges gedreht wurden. Die Berliner Künstlerin Lilli Kuschel hat die bröckelnden Kulissen gefilmt und setzt sie mittels geschickter Ton-Bild-Montage in Beziehung zu den idealisierten Traumwelten der Kinowelt. Ihre rund 30-minütige Videoarbeit "Atlas Cinema" ist Teil der Gruppenschau "The World is Stable Now", die sich mit Fragen zur Inszenierung von Wirklichkeit beschäftigt. Der Ausstellungstitel ist einem Zitat von Aldous Huxley entlehnt. Statt auf Stabilität setzen auch die anderen Künstler eher auf die Brüchigkeit der Wahrnehmung, etwa wenn Leon Kahane in seiner Installation "Industria Mirabilis" Fotografien aus Imagebroschüren eines Windradbauers in Zusammenhang mit verschiedenen Orten und "Events" bringt, die die "Verheißungen" von Fortschritt bewerben und bezweifeln.

"The World is Stable Now" – Diana Artus, Fabian Bechtle, Leon Kahane, Lilli Kuschel, bis 26. Januar. Alexander Levy, Berlin

München: Simon Denny

Seine Eltern verboten ihm das Fernsehen – was Bildschirme für Simon Denny nur noch spannender machte. Am Anfang seiner Künstlerkarriere konnte er sich kein Atelier leisten – er arbeitete vor allem am Laptop, zu dem er eine intensive Beziehung aufbaute. Kein Wunder also, dass der in Auckland geborene Denny vor allem mit Ipads, Displays und Flachbildschirmen arbeitet. Im Kunstverein München dokumentiert der Absolvent der Städelschule das Schaulaufen der Vordenker des Digitalen auf der DLD-Konferenz von 2012 auf 89 Leinwänden: Ein Information-Overload.

"All you need is data - The DLD 2012 Conference Redux", Simon Denny, Kunstverein München, 19. Januar 2013 – 10. März 2013

Trier: Künstler, Skater, Bands und Wissenschaftler

Beim zweiten Gedankenskulptur Festival im Trierer Exhaus beweisen junge Kunststudenten, dass Kunst, Skateboarding, Musik und Wissenschaft allesamt gut zusammenpassen. Ziel des Festivals ist es, die Wahrnehmung für Streetart und Subkulturen zu erweitern und eine Symbiose zwischen den verschiedenen Richtungen sichtbar zu machen. Fotografien, Installationen, Projektionen und Mode sollen das Leben auf der Straße in seiner Härte, aber auch Sanftheit, Loyalität, Verrücktheit und Diversität darstellen.

"Gedankenskulptur", Exhaus Trier, 19.01. ab 12 Uhr