Imi Knoebel - Berlin

Fröhlich im rechten Winkel

Der Farbfeldmaler Imi Knoebel stellt in der Deutschen Guggenheim und der Neuen Nationalgalerie in Berlin aus.

Auch in der Kunstgeschichte gibt es Moden und Dinge, die zu bestimmten Zeiten nicht mehr schicklich sind. So warnte Joseph Beuys seine Schüler vor gefühlsduseliger Malerei und sah den ersten Fehler schon darin, sich Leinwand und Keilrahmen zu kaufen.

Doch im Raum 19 der Düsseldorfer Kunstakademie formierte sich Widerstand: Die Beuys-Schüler Blinky Palermo und Imi Knoebel suchten nicht nur Anschluss an die Farbfeldmalerei, bei Knoebel stapelten sich zudem die verpönten Arbeitsmaterialien. In seiner Installation "Raum 19" (1968) erinnern rohe Holzleisten, grobe Keile und schwere Holzfaserplatten an diesen Protest und verwischen listig die Grenzen zwischen Skulptur und Malerei.

In zwei Berliner Ausstellungen wird jetzt das Werk des 68-jährigen Imi Knoebel präsentiert. Um die dritte "Raum 19"-Fassung entsteht eine architektonisch angelegte Schau in der Neuen Nationalgalerie, die Deutsche Guggenheim zeigt Knoebels aktuelle Arbeiten aus der Serie "Ich Nicht" und führt mit rund 200 Collagen, Zeichnungen, Fotos und Druckgrafiken in das Gesamtwerk des Künstlers ein.

Bei Knoebel sind Gemälde immer auch Objekte: In seinen frühen Arbeiten setzt er geometrische Farbflächen auf im Raum schwebende Tafeln, später schiebt er bemalte Platten reliefartig übereinander, während seine am rechten Winkel orientierten Bildkompositionen geradezu fröhlich bunt erscheinen.

"Imi Knoebel. Zu Hilfe, zu Hilfe..."

Termine: Neue Nationalgalerie, 23. Mai bis 9. August; Deutsche Guggenheim, 23. Mai bis 26. Juni. Katalog: Guggenheim, Hatje Cantz Verlag, 39,80 Euro
http://www.neue-nationalgalerie.de/

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