Urs Fischers "You" - New York

Der Grubengräber

Es ist ein wahres Spektakel: die Installation "You" des Schweizer Künstlers Urs Fischer. Dabei gibt es außer einem riesigen Loch nichts zu sehen. Fischer hat den "White Cube" in ein "Brown Hole" verwandelt.
Krater als Kunstwerk:Urs Fischer reißt den Boden unter den Füßen weg

Zwei Besucher wagen sich in den Abgrund der Installation "You".

Unvergessen: Hans Haackes Installation "Germania". In seinem Biennale-Beitrag von 1993 brach er die Bodenplatten des deutschen Pavillons auf. Seit dem 9. Oktober lässt die Installation "Shibboleth" der kolumbianischen Künstlerin Doris Salcedo die Besucher der Tate Modern stolpern: über einen 167 Meter langen Riss im Boden. Der Schweizer Künstler Urs Fischer (geb. 1973) geht jetzt noch einen Schritt weiter – und hat in der New Yorker Galerie von Gavin Brown ein riesiges Loch graben lassen.

Durch einen engen Durchgang betritt man die Galerie, erreicht den Neonlicht durchfluteten White Cube und sieht: Dreck und Erde, Betonbrocken und Abflussrohre. Die Installation "You" besteht aus einem drei Meter tiefen Loch, bei dem nur die äußersten Ränder erhalten blieben. Zehn Tage dauerte es, um den Graben auszuheben, das Ganze kostete den Galeristen 250 000 Dollar.

Und bei diesem zynischen Kommentar auf den Kunstmarkt bekommt auch der gelangweilte Vernissage-Hopper noch den nötigen Nervenkitzel. Denn am Eingang klebt das Schild: „Die Installation ist physisch gefährlich und birgt das Risiko von ernsten Verletzungen oder Tod." (albi)

Mehr zum Thema im Internet