Picasso - 40. Todestag

Spanische Jubiläumsfeiern

Vor 40 Jahren starb Pablo Picasso. Die ihm gewidmeten Museen in Barcelona und Málaga gedenken mit Sonderausstellungen nicht nur Picassos künstlerischen Anfängen, sondern feiern auch sich selber.
Der frühe Picasso:Das Jubiläumsjahr in Málaga und Barcelona

Pablo Picasso, der wohl berühmteste Künstler des 20. Jahrhunderts starb heute vor 40 Jahren.

Heute vor genau 40 Jahren starb im südfranzösischen Mougins einer der größten Künstler des 20. Jahrhunderts – Pablo Picasso.

Der spanische Maler hinterließ ein umfangreiches künstlerisches Erbe, aber kein Testament. Sehr wohl aber kennen wir einen seiner letzten Wünsche – die Zusammenfassung seiner Jugendwerke im Museu Picasso in Barcelona. Noch bis kurz vor seinem Tode stiftete Picasso dem ihm bereits 1963 gewidmeten Museum immer wieder Werke aus seiner frühen Schaffensphase. Heute umfasst die Sammlung mit rund 4200 Arbeiten fast 80 Prozent der gesamten Jugendwerke Picassos zwischen 1895 und 1904.

Das Museu Picasso war seine Leidenschaft. Pünktlich zum 40. Todestag Picassos feiert das Museum jedoch nicht nur den genialen Künstler, sondern auch das 50. Jubiläum des Hauses mit einer Reihe von interessanten Sonderausstellungen. Picasso selber hat das Museum in der spanischen Mittelmeermetropole niemals betreten. In seiner französischen Wahlheimat schwor er, nicht nach Spanien zurückzukehren, solange dort Diktator Francisco Franco herrsche, der erst zwei Jahre nach Picasso starb.

"Dennoch war es Picassos ausdrücklicher Wunsch, ein Museum für seine Werke hier in Barcelona einzurichten", erklärt Sílvia Domènech. "International berühmt wurde Picasso zwar erst im Pariser Exil. Doch zum Künstler wurde er in Barcelona. Picasso sagte selber einmal, dass hier alles anfing", verdeutlicht die Kuratorin der Jubiläumsausstellung "Picasso Museum 50 Jahre in Barcelona. Die Ursprünge". Die Ausstellung zeigt in Dokumenten und Fotos jedoch nicht nur die kuriose Geschichte der Museumsgründung, die Picassos Freund und Sekretär Jaume Sabarté auf Antreiben des Künstlers entgegen der Widerstände der Franco-Diktatur umsetze. Auch die tiefe Beziehung Picassos zu Barcelona wird hier deutlich.

Zwar lebte Picasso nur knapp zehn Jahre in Barcelona, doch war es eine prägende Zeit, ohne die sein Werk nicht zu verstehen ist. Hier lernte er an der Kunstakademie "La Llotja" das Handwerk. Er war gerade einmal 15 Jahre alt, als sein Vater ihm sein erstes Atelier im Altstadtviertel Barcelonas einrichtete. Im legendären Künstler-Café "Els Quatre Gats" traf er sich nicht nur mit anderen Modernisten, sondern feierte im Februar 1900 auch seine erste Einzelausstellung. In Barcelona wurde Pablo Ruiz Picasso langsam zu "Picasso". Symbolisch änderte er in einem Selbstbildnis 1897 seine Signatur von "P. Ruiz" in "P. Picasso".

Neben zwei weiteren dokumentarischen Expositionen über die Ausweitung der Sammlung und herausragende Sonderausstellungen im Laufe der vergangenen 50 Jahre ist es vor allem jenes Selbstbildnis, das im Mittelpunkt des Jubiläumsjahres steht. "Yo Picasso" zeigt von Ende Mai bis Anfang September über 80 Zeichnungen, Gemälde und Keramiken, in denen sich Picasso selber darstellte. "Man glaubt immer, dass bereits alles über Picasso zu sehen war. Doch ist es tatsächlich die erste Ausstellung über Selbstporträts, die bisher weltweit gezeigt wird", verdeutlicht die Co-Kuratorin Isabel Cendoya die einzigartige Bedeutung der Sonderausstellung. 32 Bilder stammen aus der eigenen Sammlung. Unter den restlichen Leihgaben befinden sich teilweise nie zuvor ausgestellte Bilder aus Privatsammlungen.

Eine ganz andere Leihgabe, die im Herbst mit besonderer Spannung erwartet wird, ist "La Vida" (Das Leben). Picasso malte das Gemälde 1903 in Barcelona. Es gilt als das wichtigste Werk seiner "Blauen Periode" und befindet sich normalerweise im Cleveland Museum of Art. Nach genau 100 Jahren kehrt es wieder zurück. Picasso selber sah Barcelona nie wieder. Dennoch blieb die Stadt in seinen Gedanken und Werken immer lebendig. Hier lebten seine Familie und seine Freunde. "Hier habe ich erkannt, wie weit ich kommen konnte", sagt Picasso einmal über Barcelona.

Welche Bedeutung Barcelona für Picasso hatte, wird daran deutlich, dass sich der Mitbegründer des Kubismus und Schaffer weltbekannter Gemälde wie "Les Demoiselles d´Avignon" (1907) oder des Anti-Kriegsgemäldes "Guernica" (1937) für Barcelona als Standort seines eigenen Museums entschied. Denn sein Freund Jaume Sabarté schlug eigentlich vor, das Museum in Picassos Geburtsstadt Málaga zu errichten.

Dennoch waren die ersten zehn Lebensjahre in seiner südspanischen Geburtsstadt Málaga für die künstlerische Entwicklung Picassos von besonderer Bedeutung. "Picasso hatte viele Schaffensphasen und Stile, aber Motive wie die Tauben, Fischer, Stierkämpfe und Hafenszenen, die sich ihm während seiner Kindheit in Málaga einprägten, dominierten Picassos Gesamtwerk bis zu seinem Tode", erklärt Rafael Inglada, der anlässlich des zehnten Jubiläums des Picasso Museums in Málaga (MPM) die Sonderausstellung "Picasso aus Málaga" kuratiert hat.

Schon als kleines Kind malte Picasso im Sand auf der Plaza de La Mercé gegenüber der Familienwohnung, die heute ein Geburtshausmuseum beherbergt. Später fing er an, die Bilder seines Vaters José Ruiz Balsco und anderer Künstler aus Málaga zu kopieren. Anschaulich stellt die Ausstellung 35 Werke seines Vaters und dessen Künstlerfreunde den Kopien des jungen Picassos gegenüber. Sein Vater, Maler und Kunstlehrer an der "Escuela de San Telmo", förderte das bereits früh erkannte Talent Pablos. Schon mit sieben Jahren begann Picasso unter Anleitung seines Vaters zu malen. Seine Begabung war unglaublich, wie in der Ausstellung Picassos ersten Ölbilder und Zeichnungen beweisen.

Es ist nicht einfach, heutzutage noch eine Picasso-Ausstellung zu organisieren, die etwas Neues bietet. Aber genau dies ist dem Museum in Málaga gelungen. Es zeigt in der eindrucksvollen Jubiläums-Ausstellung "Picasso, als er noch nicht Picasso war. Sie zeigt einen Picasso noch lange vor seiner Blauen und Rosa Periode. Einen Picasso, der seine Werke noch mit Pablo Ruiz signierte", erklärt Museumsdirektor José Lebrero.

Neben insgesamt 53 Werken aus Picassos frühsten Schaffensphase zeigt die Ausstellung auch private Dokumente und Gegenstände aus dem Leben des Künstlers wie seine Geburtsurkunde, sein Taufkleid, Spielsachen und Dutzende von nie zuvor ausgestellten Familienfotos, die sich im Privatbesitz von Nachfahren oder Freunden der Familie befinden. Auch das Picasso Museum in Barcelona, die Picasso-Stiftung, das Geburtshausmuseum sowie andere spanische und internationale Kultureinrichtungen haben für die Ausstellung Leihgaben gestellt.

"Niemals zuvor wurden so viele Dokumente und Werke Picassos aus dieser Epoche zusammengetragen", versichert Museumsdirektor Lebrero. Nach "Picasso aus Málaga" zeigt das Picasso-Museum anlässlich seines zehjährigen Jubiläums vom 24. Juni bis 6. Oktober die Ausstellung "Familienalbum" und vom 27. Oktober bis Februar 2014 die "künstlerische" Familie. In der Expo "11 eingeladene Werke" werden Arbeiten von elf Künstlern gezeigt, die großen Einfluss auf Picasso hatten.

Seine Geburtsstadt besuchte Picasso zum letzten Mal 1901. Er suchte den Reiz der aufregenden Metropolen; später war Diktator Franco der Grund, dass Picasso nicht wieder nach Málaga fuhr. Dennoch blieb Picassos Erinnerung an Málaga in seinen Werken und Gedanken immer lebhaft, wie eine in der Ausstellung gezeigte Restaurantspeise-Karte aus Paris beweist, die er 1954 mit "Picasso aus Málaga" signierte.

40. Todestag von Pablo Picasso

Málaga: Das http://www.museopicassomalaga.org/exposicion.cfm?id=81" target="_blank">Museo Picasso Málaga zeigt den jungen Picasso

Barcelona: Die Ausstellungen zum 50. Jahrestag des Museu Picasso:
http://www.bcn.cat/museupicasso/ca/exposicions/50aniversari.html