Stadt, Land, Fluss - Skulpturenparks

Stadt, Land, Fluss: Skulpturenparks (6)

Raus aus dem Museum, rein ins Grüne! art stellt Ihnen sehenswerte Skulpturenparks weltweit vor. Diese Woche: Der Österreichische Skulpturenpark in Unterpremstätten, der Louisiana Skulpturenpark in Dänemark sowie die Northala Fields in London.
Wie für den Sommer gemacht:Skulpturenparks: Museen im Freien

Österreichischer Skulpturenpark: Martin Waldes "Siamese Shadow", 2003

Land: Österreichischer Skulpturenpark

Ein auf einem Erdwall gestrandetes Betonboot, ein überdimensionaler Griff auf einem Hügel, ein pinkfarbenes Segelfeld zwischen Bäumen: In dem Österreichischen Skulpturenpark in Unterpremstätten, sieben Kilometer südlich von Graz, korrespondieren mehr als 60 Skulpturen mit der markanten Gartenanlage des schweizerischen Landschaftsarchitekten Dieter Kienast mit seinen Waldweihern, Lotusblütenteichen, Labyrinthen und Rosengärten.

Die Werke überwiegend österreicherischer Künstler wie Manfred Erjautz oder Christa Sommerer stehen international wichtigen Arbeiten von unter anderen Tom Carr, Nancy Rubins, Jeppe Hein und Tobias Rehberger gegenüber. Die Werksammlung Privatstiftung Österreichischer Skulpturenpark ging aus der von Emil Breisach 1981 gegründeten Sammlung "Art Park" hervor und wurde 2003 auf dem sieben Hektar großen ehemaligen Gelände der Internationalen Gartenschau errichtet. Sein Anspruch ist es, anhand von zeitgenössischen Werken punktuell die Geschichte der Skulptur von der klassischen anthropomorphen Plastik über die Erweiterung zur Möbelskulptur bis zu konzeptuellen sprachlichen Arbeiten zu zeigen.

Aktuell: Dauerausstellung

Spektrum: mehr als 60 Werke von österreichischen und auch internationalen Vertretern der zeitgenössischen Skulptur (Jeppe Hein, Tobias Rehberger, Nancy Rubins, Erwin Wurm oder Martin Walde)

Besonders empfehlenswert für: Freunde der zeitgenössischen Skulptur und Landschaftsarchitektur

Info: Thalerhofstraße 85, 8141 Unterpremstätten, April bis Mai täglich täglich 10 bis 18 Uhr, Juni bis August täglich 10 bis 20 Uhr, September bis Oktober täglich 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei

Fluss: Louisiana Skulpturenpark

Direkt am Ufer des Öresund, der schmalen Wasserstraße zwischen Dänemark und Schweden, 35 Kilometer nördlich von Kopenhagen, befindet sich der Louisiana Skulpturenpark. Der Begründer des Parks und des Louisiana-Museums Knud W. Jensen entdeckte das Grundstück 1954, kaufte es und ließ die alte Villa darauf nach und nach zu einem Museum umbauen und erweitern. Der Ort war wie geschaffen für einen Skulpturengarten, denn "draußen, an der freien Luft, schwimmen die Skulpturen", fand Jensen. Die erste Außenausstellung fand im Sommer 1956 statt, dafür lieh sich Jensen Skulpturen vom Middelheim-Museum aus Antwerpen, ab 1963 wurde der eigene Skulpturenpark eingerichtet. Heute stehen in dem drei Hektar großen Park ungefähr 60 Werke von Künstlern der Klassischen Moderne sowie Postmoderne wie zum Beispiel die hohen, geschwungenen Skulpturen von Alexander Calder direkt am Steilhang zum Öresund, Henry Heerups raue Steinskulpturen, dicht beeinander in einem Farnteppich, oder Jean Arps matt glänzende Formen, die auch aus dem Inneren des Museums betrachtet werden können. Im Seegarten haben zudem fünf international bekannte Architekten wie Aldo Rossi und Dominique Perrault ihre Interpretationen eines Gartenhäuschens errichtet.

Aktuell: Dauerausstellung

Spektrum: ungefähr 60 Werke von Künstlern der Klassischen Moderne und Postmoderne (Jean Arp, Henry Moore, Max Ernst, Jean Dubuffet, Henry Heerup, Dani Karavan, Per Kirkeby)

Besonders empfehlenswert für: Kunstliebhaber, die einen Überblick über die Geschichte der modernen Skulptur suchen

Info: Gl. Strandvej 13, 3050 Humlebæk, Dänemark, Dienstag bis Freitag 11 bis 22 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen 11 bis 18 Uhr, Montag geschlossen, zirka 12,50 Euro, ermäßigt zirka 11,50 Euro

Stadt: Northala Fields

Vier monumentale, konische Hügel bestimmen das Bild der mehr als 18 Hektar großen Northala Fields im Westen von London im Herzen der Northolt und Greenford Countryside Parks. Pfade schwingen sich schneckenförmig um die Hügel und weisen den Besuchern den Weg auf die bis zu 35 Meter hohen Kuppen, von wo aus sie auf die angrenzenden 100 Hektar Parkgelände, die Schnellstraße Richtung Oxford und die landenden Flugzeuge im entfernten Heathrow blicken können. Das Besondere an der von dem Landschaftsarchitekten Igor Marko und dem Künstler Peter Fink errichteten Landschaftskunst ist seine Finanzierung: Mehr als sechs Millionen Euro wurden erwirtschaftet, indem sie Bauschutt aus Londons Baustellen wie dem Wembley Stadion als Füllmaterial für das Gelände verwendeten.

Aktuell: Dauerausstellung

Spektrum: Landschaftsarchitektur von Peter Fink und Igor Marko (Form Associates)

Besonders empfehlenswert für: Fans der Landart

Info: Northala Fields, Northolt & Greenford Countryside Park, London, Großbritannien, durchgängig geöffnet, Eintritt frei