Sommerausstellungen

Berlin

Coole Ausstellungen für heiße Tage
Schöne Aussichten im Sommer: "Led Zeppelin is for Poofs III" (2002) von Sarah Lucas in der Berliner Galerie Contemporary Fine Arts (Foto: Jan Bauer, Courtesy Contemporary Fine Arts)

COOLE AUSSTELLUNGEN FÜR HEIßE TAGE

Bei diesen hochsommerlichen Temperaturen lockt die klimatisierte Kühle von Galerieräumen. Anlässlich der vielen Sonderausstellungen zur heißen Jahreszeit hat sich art-Korrespondent Kito Nedo in Berlins Galerien-Landschaft umgesehen. Der erste Teil unserer Serie "Sommerausstellungen" beschäftigt sich mit den Shows in den beiden Stargalerien der Hauptstadt, Eigen+Art und Contemporary Fine Arts
// KITO NEDO

Schon allein ein Blick aus dem großen Fenster im ersten Stock lohnt den Besuch der Berliner Galerie Contemporary Fine Arts (CFA). Langsam kann man ihn über die Touristenströme unten auf der Straße und dann über den trüben Kupfergraben schweifen lassen, hinüber zur Baustelle des Neuen Museums, um schließlich lange bei dessen Fassade zu verweilen, die seit einiger Zeit nicht mehr von Bauplanen verhängt ist. Befreit von seiner langjährigen Verhüllung scheint das Gebäude förmlich von innen zu leuchten.

Auch die CFA-Galeristen Bruno Brunnet, Nicole Hackert und Philipp Haverkampf wissen offensichtlich um die Magie des Großstadtpanoramas: Wie einen schweren Riegel haben sie eine Betonskulptur der Britin Sarah Lucas vor das Fenster geschoben. Das Zeppelin-Modell in einer massiven Aufhängung scheint tatsächlich durch das preußische Blau des Berliner Himmels zu schweben. "Led Zeppelin is for Poofs III" (2002), auf Deutsch so viel wie "Led Zeppelin ist für Schwule", bildet das Kernstück der gegenwärtigen Gruppenausstellung "Whole Lotta Love. You' re just too good to be true", die ihren klobigen Titel einerseits den britischen Urvätern des Heavy Metal und zum anderen dem amerikanischen Schnulzensänger Frankie Valli verdankt.

Um Lucas' mächtigen Beton-Phallus herum sind in dieser Sommerschau fast ausschließlich neue Arbeiten der erfolgreichsten CFA-Künstler Jonathan Meese, Gerhard Richter und Georg Baselitz zu sehen sowie Kunst von Albert Oehlen, den Chapman-Brüdern oder Monica Bonvicini. Gleichzeitig nutzen Brunnet und seine Partner die Gelegenheit, mit Katja Strunz und David Lieske zwei Neulinge im Programm vorzustellen, die anders als die notorischen CFA-Berserker auf malerische Großformate verzichten und statt dessen ganz auf die Kraft des hintergründigen Zitats und das Spiel mit den Konzepten setzen. Deutet sich hier gar eine programmatische Neuausrichtung an?

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