Anselm Kiefer - Friedenspreis

Das Buch wird Ausdrucksträger

Der deutsche Buchhandel ehrt den Maler und Bildhauer Anselm Kiefer mit seinem Friedenspreis

Der deutsche Maler Anselm Kiefer, Jahrgang 1945, erhält den Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2008. Er wird ihm zur Buchmesse am 19. Oktober dieses Jahres in der Frankfurter Paulskirche überreicht, die ARD wird das Ereignis wie gewohnt übertragen. Der Friedenspreis des deutschen Buchhandels wurde 1950 ins Leben gerufen und sollte "für das isolierte, durch seine eigene Geschichte gedemütigte Deutschland ein Zeichen der Hoffnung und Unterstützung für ein in kritischer Reflexion wieder entstehendes Selbstbewusstsein" sein. Der Preis ging vor allem an Literaten, Philosophen, Soziologen, Historiker und Politiker, Anselm Kiefer ist der erste bildende Künstler, dem diese Ehre zuteil wird.

Der Preis gehe an "einen weltweit anerkannten Künstler, der seine Zeit mit der störenden moralischen Botschaft vom Ruinösen und Vergänglichen konfrontiert", heißt es in der Begründung der Jury. "Im Mittelpunkt steht eine von Vergangenheit zerfressene, zerstörte Gegenwart, die mit äußerst verknappter Rhetorik, mit Sprachlosigkeit präsentiert wird." Außerdem habe sich Kiefer mit intensiv mit Literatur und Poesie auseinandersetzt. "Er hat das Buch selbst, die Form des Buches, zu einem entscheidenden Ausdrucksträger gemacht." Petra Bosetti

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