Zurbarán - Ferrara

Nicht nur grober Kuttenstoff

Der Spanier malte strenge Mönche und Märtyrerinnen in kostbaren Gewändern. Nun zeigt der Palazzo dei Diamanti Werke von Francisco de Zurbarán – und das so umfangreich wie seit 1998 nicht mehr.

Die spanische Mystikerin Teresa von Avila hat die aufeinanderfolgenden Stadien beschrieben, über die man die Welt hinter sich lassen und zu einer mystischen Vereinigung mit Gott gelangen kann: "Innere Säuberung, Zucht der Sinne, Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf die Dinge des Geistes".

Dieser Forderung kam der spanische Maler Francisco de Zurbarán mit asketischer Strenge nach. Alles, was Zurbarán gemalt hat, wirkt irreal und wunderbar zugleich. Große Künstler wie Edouard Manet, Pablo Picasso, Giorgio Morandi oder Salvador Dalí haben den Maler aus Sevilla bewundert. Seit der Schau 1998 in Sevilla ist Zurbarán nie mehr so umfangreich gezeigt worden wie jetzt im Palazzo dei Diamanti in Ferrara. Rund 50 Werke konnten aus öffentlichen und privaten Sammlungen in Europa und den USA entliehen werden.

Zurbarán gehört zu den großen spanischen Malern des 17. Jahrhunderts, aber er hat viel weniger Aufmerksamkeit erfahren als etwa Diego Velázquez oder Esteban Murillo. Zurbarán war ein Kirchenmaler, in dessen Werk vor allem strenge, nachdenkliche Mönche zur Darstellung kamen. Die Kunst stand im Dienst der Kirche und musste einem ikonografischen Schema folgen. Als Zurbarán 1628 von einem Kloster in Sevilla einen Auftrag erhielt, schrieb er: "Nach Anweisung des Paters müssen auf jeder Tafel Figuren und Dinge so dargestellt werden, wie er es wünscht." Trotz dieser Beschränkung gelangen Zurbarán so großartige Bilder, wie das des gemarterten Serapion im weißen Ordenskleid, der mithilfe von Stricken um die Handgelenke wie eine Marionette hochgehalten wird. Doch Zurbarán hat nicht nur groben Kuttenstoff gemalt, sondern lässt eine Reihe von christlichen Märtyrerinnen in kostbaren Roben auftreten, auch wenn sie, wie die heilige Casilda, als Einsiedlerin gelebt hatten. Über die Auftraggeber dieser Heiligenbilder weiß man bis heute wenig.

Zurbarán

Termin: 14. September 2013 - 6. Januar 2014, Ferrara, Palazzo dei Diamanti.

Der Katalog, herausgegeben von der Fondazione Ferrara Arte Editore, kostet 30 Euro.
http://www.palazzodiamanti.it/895/palazzo-dei-diamanti