Lenbachhaus - München

Wirbel & Wände

Heute eröffnet in München das neue Lenbachhaus mit dem messingfarben glänzenden Erweiterungsbau. Ein erster Rundgang zeigt: Das Flair des Malerfürsten hat sich endgültig verflüchtigt. Es ist nun ein funktionales, klug gebautes Museum – das allerdings manche Überraschung bietet.
Funktional:Das umgebaute Lenbachhaus

Olafur Eliasson: "Wirbelwerk", Detail, 2012, Edelstahl, farbiges Glas, HMI-Lampen

Es glitzert. Es funkelt. Und es verkörpert den Wunsch nach neuem Glanz für die Kunststadt München.

Verführerisch wie ein Edelstein hängt Olafur Eliassons Lichtobjekt "Wirbelwerk" in der Eingangshalle von der Decke herab. Und tatsächlich könnte der Deckenwirbel zum Wahrzeichen werden – vielleicht nicht gleich für ganz München, aber für das Lenbachhaus, das in diesem Monat endlich neu eröffnet wird. "Die Arbeit besteht aus etwa 450 farbigen Glas- und Metallplättchen, die in einer Kreisbewegung angeordnet sind", erläutert der Direktor Helmut Friedel und betrachtet fasziniert die bunten Lichtflecken, die sich über die Wände ausbreiten.

Die kaleidoskopartige Skulptur ist eines von mehreren fest installierten Werken, die unter anderem mithilfe des städtischen Kunst-am-Bau-Etats finanziert wurden. Anders als die Pinakothek der Moderne mit ihren feudalen Wurzeln ist die Städtische Galerie im Lenbachhaus immer eine bürger­liche Kunstsammlung gewesen. Dieser Tatsache trägt auch der Neubau Rechnung. Zwar schimmert seine Außenhülle in einem Messington, und es gibt einen großzügigen Eingangsbereich mit Café und Museumsshop – aber die Ausstellungsräume orientie­ren sich eher am Format eines bürgerli­chen Wohnzimmers. "Make it more domestic", lautet die Devise der Architekten – zu deutsch etwa: "Mach es gemütlicher". Eine ungewöhnliche Parole für das Büro des Großarchitekten Norman Foster, das seinen Ruhm gigantischen Projekten wie dem Commerzbank-Turm in Frankfurt am Main und dem Terminal 3 des Flughafens in Peking verdankt. Allerdings hat Foster auch schon einige Male seine Sensibilität im Umgang mit historischer Substanz bewiesen, etwa beim Umbau des Reichstagsgebäudes in Berlin.

In bester Lage hatte der Maler Franz von Lenbach sich von 1887 bis 1890 ein Atelier und Wohnhaus im Stil einer toskanischen Villa bauen lassen. Wobei das Wort "Villa" die Ausmaße des Hauses nicht wirklich wiedergibt: Man muss schon von einem Anwesen sprechen, wie es nur den Malerfürsten des 19. Jahrhunderts zukommen konnte.

Den vollständigen Text lesen Sie in der Mai-Ausgabe von art

Lenbachhaus München

Wiedereröffnung: 8. Mai 2013, 10 Uhr, Luisenstraße 33, 80333 München
http://www.lenbachhaus.de/blog/

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