Akt Now! - Aktfotografie

Akt Now: J. Konrad Schmidt

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder internationaler Fotografen. Diesmal: J. Konrad Schmidt.
Junge Aktfotografie:Die besten Aktbilder internationaler Fotografen

"Man könnte glauben, wir leben in einer aufgeklärten Welt und Erotik umgäbe uns tagtäglich. In Wahrheit ist die Welt im Kopf noch lange nicht so weit", sagt J. Konrad Schmidt

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Mich reizen immer noch die "blind spots". Man könnte glauben, wir leben in einer aufgeklärten Welt und Erotik umgäbe uns tagtäglich.

Wir sollten uns daran gewöhnt haben, dass Menschen offen damit umgehen: In Wahrheit ist die Welt im Kopf noch lange nicht so weit. So ein bisschen reizt mich daran die Rotzigkeit, es trotz dessen doch zu tun-sich genau diese dunklen Ecken zu suchen und Sie ans Licht der Welt zu zerren. Ich kenne die Symbolik der dunklen Ecken sehr genau und spiele damit in den Bildern. "Der Teufel erkennt seine Brüder". Die Symbole wirken bei denen, die sie kennen. Es reizt mich dann zu sehen, bei wem.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Was mich gar nicht reizt sind obszöne Bilder. Ich suche nicht die Plakativität von offenherzigen Posen. Ich suche die Vorsicht in der Freizügigkeit. Das Versteckte. Tabus gibt es ziemlich viele, aber die sind alle rein körperlicher Natur. Tabus zur Story gibt es wenige.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Wenn ein Akt ein Geheimnis bewahrt, obwohl er so viel zeigt. Ich suche nach Bildern, in denen klar ist, warum das Model gerade nackt ist. Die Geschichte im Auge des Betrachters – wenn die stimmt, dann ist es in meinen Augen ein Kunstwerk.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Helmut Newton ist sicher eines meiner Vorbilder. Bruno Dayan, Jacques Olivar, Lillian Bassman und Marc Lagrange gehören ebenfalls dazu. Sie sind perfekte Regisseure und gleichzeitig begnadete Techniker gewesen. Ihr Ideenreichtum ist gleichermaßen faszinierend und überwältigend zugleich.

Was war der peinlichste Moment?

Der peinlichste Moment wiederholt sich ständing bei der heiklen Frage nach genau diesen Bildern. Wenn mich ein Model für so eine Strecke interessiert, dann muss man es dafür gewinnen. Es muss bereitwillig sehr viel von sich preisgeben. Meine Aufgabe ist es alles, von dem was es freigibt, wieder im Bild einzufangen. Wenn etwas davon im Raum "verbleibt" und nicht im Bild verewigt ist, dann ist das ein seltsames Gefühl. Auf Augenhöhe und vertrauensvoll muss das sein. Dann ist es fair und nicht peinlich.

Welche Rolle spielt die Inszenierung und der Zufall in ihren Fotografien?

Das ist recht ambivalent, weil: Ich plane eigentlich immer nur den Ort, die Akteure und die Geschichte zu jeder Produktion. Da bin ich allerdings sehr genau. Das ist der Teil der Inszenierung. Ich habe höchstens drei Bilder im Kopf, die ich dann auch genau und direkt umsetzen will. Meistens habe ich aber dreimal mehr Zeit eingeplant, als ich für diese Motive brauche, denn dann fange ich an zu spielen, neu zu suchen. Vor Ort entsteht meist viel mehr, als man jemals vorher hätte planen können. Darauf muss man sich einlassen. Zufälle sind sehr wichtig. Sie passieren auch wirklich immer, man muss sie nur im richtigen Moment bemerken. Ich habe mit einem “Zufall” mal einen BFF Jahrbuch Award gewonnen.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

“Roxanne” von Sting liegt mir immer wieder schwer im Ohr. Ich habe mal eine wundervolle Frau kennengelernt, die als Escort gearbeitet hat. Ich wollte Sie immer fotografieren. Es kam nie dazu. Aber die Geschichte lässt mich nicht mehr los seit dem. Schauen wir mal, was die Zukunft bringt.

J. Konrad Schmidt

Nächste Ausstellung: Eine Gruppenausstellung mit "BFF"- Bund freischaffender Fotodesigner: ON-OFF Gallery in Hamburg, 16. bis 18. Mai 2013, Party mit Konzert: 17. Mai 2013 ab 19 Uhr

Alter: 28

Preise: BFF Jahrbuch Award in "Silber" | 2011

Lazi Academy Award | 2009

Hasselblad Masters | semi-finalist | 2008

Rodenstock Photoaward | 2008

Lazi Academy Award | 2008

PCP Award | 2008

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