Bettina Rheims - Hannover

Das Leben ist nicht perfekt

Erstmals ist in Deutschland die Serie „Héroïnes“ der französischen Starfotografin Bettina Rheims zu sehen. Großformatige, verstörende und gleichzeitig wunderschöne Porträts bekannter und unbekannter Frauen

„Ich versuche, das zu zeigen, was normalerweise versteckt wird, die kleinen Unvollkommenheiten, die Venen, den dunklen Flaum auf den Armen“, sagt Bettina Rheims über ihre Arbeit. Die Schauspielerinnen Milla Jovovich und Tilda Swinton hat sie vor die Kamera geholt, Models und andere Glamour-Ladies. Frauen, die sonst stets schön geschminkt oder am Computer bearbeitet werden, zeigt Rheims von einer anderen Seite: Man sieht ihnen jede einzelne Hautpore und jeden kleinen Pickel an, sämtliche Kratzer und Schürfspuren, die das Leben auf ihren Körpern hinterlassen hat. Mehr noch: „Wir haben blaue Venen noch blauer, Muttermale akzentuiert und Augenringe noch stärker betont“, sagt Rheims, die früher selber einmal Model war. Und gerade weil die Fotos das Unperfekte an den Frauen zeigen, sind Rheims Arbeiten so wunderschön anzusehen. Denn welche Heldinnen sind schon perfekt?

Héroïnes

Die Ausstellung läuft vom 30. November bis 3. Februar 2008. Zu der Fotoserie "Héroïnes" ist im Verlag Schirmer/Mosel eine Publikation mit Beilage zur Ausstellung erschienen (49,80 Euro). Bei Schirmer/Mosel wurde unlängst auch Rheims' erste Fotoserie in Farbe noch einmal wieder aufgelegt: "Chambre Close", eine gemeinsam mit dem Schriftsteller und Kunstkritiker Serge Bramly produzierte erotische Novelle von 1991 (39,80 Euro)

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