Kunstfilmbiennale - Die Preisträger

Möbelhaus und Mythen

Die Preisträger der Kunstfilmbiennale stehen fest: Mit Guy Ben-Ner, Julian Rosefeldt, Florian Gwinner und Sylvia Schedelbauer haben originelle Filmkünstler gewonnen, die ihre Filme zwischen kollektiven Mythen, Möbelhauskulissen und der rührenden Kunstwelt eines Papiermodells ansiedeln
Ausgezeichnet:Gwinner, Schedelbauer, Ben-Ner und Rosefeldt

"Das Modell", Kunstfilm von Florian Gwinner. Gwinner ist neben Sylvia Schedelbauer einer der beiden Preisträger des "Bild-Kunst-Förderpreis"

Eine Kamera fährt rückwärts durch ein Modell, zuerst durch abstrakte Landschaften, durch karge, weißgrundierte Ebenen, dann über Papierzäune, Häuser, Bäume. Durch eine Stadt mit Gebäuden aus Holz und Papier, das Modell wird farbiger, Kaffeekannen, Uhren, Putzschwämme sind zu sehen, bis die Rückwärtsfahrt endet - in der Realität.
"Das Modell" heißt der Kunstfilm von Florian Gwinner, der am bei der Kölner Kunstfilmbiennale mit dem "Bild-Kunst-Förderpreis" ausgezeichnet wurde. Der Preis, der mit 25 000 Euro dotiert ist, wurde von der Jury geteilt.

Die zweite Preisträgerin ist Sylvia Schedelbauer mit "Ferne Intimität", einer filmisch umgesetzten Tauchfahrt ins Unbewußte, die individuelle und kollektive Mythen zu einer Erzählung voller Poesie verwebt.

Auch der mit 15 000 Euro dotierte Preis des "Internationalen Wettbewerbs" wurde geteilt: Zwischen dem Israeli Guy Ben-Ner, der mit der Möbelhaus-Sitcom "Stealing Beauty" humorvoll und komplex die Frage nach Privatheit und Besitz aufwirft. Und dem deutschen Medienkünstler Julian Rosefeldt: Er folgt in "Lonely Planet" einem Rucksacktouristen, der mit dem Billigreiseführer in der Hand durch Bombay marschiert.

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