Radar

Heike Munder

Heike Munder über Fabian Marti
Fabian Marti, "Brot & Tod", 2005 (Courtesy: Galerie Peter Kilchmann, Zürich)

HEIKE MUNDER ÜBER FABIAN MARTI

Für unsere neue Serie "Radar" fragen wir jede Woche Sammler, Kuratoren, Dozenten und Kritiker nach ihrem aktuellen Lieblingskünstler. Diesmal: Heike Munder, die Direktorin des Zürcher Migros-Museum für Gegenwartskunst über den Schweizer Künstler Fabian Marti.
// HEIKE MUNDER

Das Medium der Fotografie gehörte für mich zu den Mitteln, die technisch sehr weit ausgereizt sind und selten mehr Überraschungsmomente bergen. Doch die Zürcher Kunsthochschschule produziert diese immer wieder aus ihrer Fotoklasse, die schon seit langem für guten Nachwuchs sorgt.

Damals Daniele Buetti, später dann Shirana Shabazi oder Stefan Burger und vor nicht all zu langem Fabian Marti. Die künstlerische Methode von Fabian Marti (*1979) beruht auf dem Einsatz von Scanner und analoger Fotografie. Das Vorgehen, über den Umweg des Scannens zum Bild zu gelangen, lässt trotz technischer Präzision auch Spuren wie Staub und Kratzer zu einem wichtigen physischen Element werden.

Und genau dies macht die Fotografie von Marti so ungewöhnlich, denn sie ist von einer mysteriösen haptischen Präsenz. Seine Symbolik greift auf christliche Metaphern, Undergroundsymbole oder esoterische Zeichen zurück, wie in "The Rise", ein Foto mit einem stark vergrößerten goldenen Daumen auf schwarzem Grund. "The System", "The Inspiration" oder "The Future" (alle 2008) scheinen als würde Marti die Tarotkarten von Alistar Crowley neu auflegen wollen.

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