Top 10 im März - Ausstellungstipps

Die zehn Kunst-Höhepunkte im März

art präsentiert Ihnen die zehn großen Kunst-Höhepunkte des Monats. Diesmal mit der Göttlichen Kommödie, Paolo Veronese, JR, Emil Nolde, Ana Mendieta, Konstantin Grcic, Kasimir Malewitsch, Rembrandt Bugatti, Wols und dem Hotel.

Die Göttliche Komödie – Himmel, Hölle, Fegefeuer aus Sicht afrikanischer Gegenwartskünstler (Frankfurt am Main)

Wie organisiert man eine Ausstellung, die die "Göttliche Komödie" des italienischen Dichters Dante Alighieri zur Grundlage hat?

Genau! Man teilt sie in die Abschnitte Paradies, Hölle und Fegefeuer ein. Im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main interpretieren über 50 afrikanische Gegenwartskünstler Alighieris Reise ins Jenseits auf drei Themen-Etagen neu. So vielfältig wie ihre Techniken – Fotografien, Performances, Skulpturen, Malereien und Zeichnungen – sind auch ihre Sichtweisen auf die Orte des Jenseits. Unter den Teilnehmern der Gruppenausstellung sind Jane Alexander, Wangechi Mutu, Kendell Geers, Kader Attia, Julie Mehretu und Bouabdellah Zoulikha.

Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, 21. März bis 27. Juli 2014

Paolo Veronese – Magnificence in Renaissance Venice (London)

Der Italiener Paolo Veronese (1528 bis 1588) gilt als einer der wichtigsten Maler der venezianischen Spätrenaissance. Seine Werkpalette reicht von aufwendigen Wandmalereien in Villen und Palästen über großformatige Altargemälde bis hin zu kleineren Andachtsbildern und Porträts. Die National Gallery in London zeigt ab dem 19. März rund 50 Werke von Veronese, die als Schlüsselwerke verstanden werden können.

The National Gallery London, 19. März bis 15. Juni

JR (Baden-Baden)

Der französische Künstler JR plakatiert mit gigantischen Schwarzweiß-Fotografien Mauern, Treppen, Wände, Dächer – oder gleich ganze U-Bahn-Züge. Seine Modelle hierbei sind keine Models, sondern ganz normale Menschen, die er oft vor Ort fotografiert. Für seine Plakatierungs-Aktionen ist er weltweit unterwegs. Seine überdimensionalen Porträts finden sich auf fast allen Kontinenten – auch an den Mauern des beschaulichen Städtchens Baden-Baden, wo man dem Künstler, dessen wahre Identität er selbst geheim hält, nun eine Einzelausstellung widmet.

Museum Frieder Burda, Baden-Baden, bis 29. Juni 2014

Emil Nolde. Retrospektive (Frankfurt am Main)

Der deutsche Maler Emil Nolde (1867 bis 1956) gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Expressionismus. Das Städel Museum widmet Noldes Werk die erste Retrospektive seit 25 Jahren. In zwölf Kapiteln werden rund 140 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken aus allen Schaffensphasen des Künstlers gezeigt. Darunter befinden sich auch Werke, die zum ersten Mal außerhalb vom Seebüller Noldehaus zu sehen sind. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf Noldes Früh- und Spätwerk, da dieses in vergangenen Ausstellungen weniger Beachtung fand. Weiterhin beleuchtet die Ausstellung auch Noldes Hitler-Begeisterung im Nationalsozialismus und stellt in einer begleitenden Publikation Bezüge zu seiner Kunst her.

Städel Museum, Frankfurt am Main, bis 15. Juni 2014

Ana Mendieta. Traces (Salzburg)

Die kubanisch-amerikanische Performance-Künstlerin Ana Mendieta (1948 bis 1985) kam Anfang der sechziger Jahre als zwölf-jähriges Mädchen im Zuge der Operation "Peter Pan" des US-Geheimdienstes CIA in die USA. Auf diesem Wege versuchten tausende Eltern, ihre Kinder vor dem Einfluss des kommunistischen Regimes unter der Führung von Fidel Castro zu schützen. Das Museum der Moderne in Salzburg widmet der viel zu früh gerstorbenen Mendieta nun ihre erste Einzelausstellung im deutschsprachigen Raum. Rund 150 zentrale Arbeiten in vielen Medien, von Fotografie, Film und Skulptur bis zu Zeichnung und Performance, geben einen fast lückenlosen Überblick. In einer großen Sektion wird das Archiv der Künstlerin präsentiert: Kleinbilddias und Fotografien, Notizbücher und Postkarten wurden eigens für die Ausstellung aufbereitet.

Museum der Moderne Salzburg, 29. März bis 6. Juni 2014

Konstantin Grcic (Weil am Rhein)

Kreationen des deutschen Industriedesigners Konstantin Grcic wie der "Chair One" oder die Leuchte "Mayday" gelten bereits heute als Designklassiker. Das Vitra-Design-Museum zeigt ab dem 22. März die bisher größte Werkschau des Designers. Neben seinen Design-Arbeiten ist auch eine von Grcic eigens für die Ausstellung entwickelte Rauminstallation zu sehen, in der er seine persönliche Vision für das Leben von morgen präsentiert.

Vitra Design Museum, Weil am Rhein, 22. März bis 14. September

Kasimir Malewitsch und die russische Avantgarde (Bonn)

Der russische Maler und Theoretiker Kasimir Malewitsch (1879 bis 1935) gilt durch Werke wie "Schwarzes Quadrat auf weißem Grund" als Begründer des Suprematismus, der gegenstandslosen Kunst. Die Bundeskunsthalle widmet ihm mit über 300 Gemälden, Grafiken und Skulpturen eine große Retrospektive, die alle Schaffensphasen des russischen Avantgardisten abdeckt. Ergänzt wird die Ausstellung durch Arbeiten von Malewitschs Zeitgenossen wie El Lissitzky, Michail Larionow, Wladimir Tatlin, Ilja Tschaschnik und Gustav Kluzis.

Bundeskunsthalle Bonn, bis 22. Juni 2014

Rembrandt Bugatti (Berlin)

Der italienische Bildhauer Rembrandt Bugatti (1884 bis 1916), Bruder des Automobilkonstrukteurs Ettore Bugatti, fand bereits in sehr jungen Jahren zum Thema seiner Kunst: Tiere. Innerhalb seines kurzen Lebens entstand ein Gesamtwerk von über 300 Plastiken. 80 der Skulpturen stellt die Alte Nationalgalerie in Berlin aus. Es ist die erste große Einzelausstellung des Italieners in Deutschland. Viele der gezeigten Arbeiten sind zum ersten Mal außerhalb der privaten Sammlungen in der Öffentlichkeit zu sehen.

Alte Nationalgalerie, Berlin, 28. März bis 27. Juli 2014

Wols Photograph. Der gerettete Blick (Berlin)

Hinter dem Künstlernamen Wols verbirgt sich der deutsche Fotograf, Maler und Grafiker Wolfgang Schulze (1913 bis 1951). Obwohl er zu den Wegbereitern des Informel zählt, ist sein fotografisches Werk noch weitestgehend unbekannt. Anfang der dreißiger Jahre brach der damals noch junge Wols nach Paris auf, wo er unter anderem als Fotograf arbeitete. Während dieser Zeit entstanden auch seine Schwarzweiß-Serien von Persönlichkeiten wie Max Ernst, Nicole Boubant oder Roger Blin. Später wandte sich Wols zunehmend von der gegenständlichen Fotografie ab und entwickelte eine neue, radikalere Bildsprache. Der Martin-Gropius-Bau widmet Wols' fotografischem Oeuvre nun eine Einzelausstellung.

Martin-Gropius-Bau, Berlin, 15. März bis 22. Juni 2014

Room Service – Vom Hotel in der Kunst und Künstlern im Hotel (Baden Baden)

Immer wieder wird das Hotel zum Schauplatz von Ereignissen, die im Zentrum des öffentlichen Interesses stehen. Um diesen halböffentlichen Ort ranken sich deshalb viele Mythen und Legenden – auch Künstler setzen sich immer wieder mit dem Hotel auseinander. Sie bewohnen es, gestalten es und eigenen es sich manchmal auch einfach an. Mit der Ausstellung "Room Service" will die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden die Verflechtungen zwischen dem Hotel und dem Kunstmilieu sichtbar machen. Hierfür werden Teile der Ausstellung ausgelagert, an den Ort, der im Fokus der Schau steht: das Hotel. Die teilnehmenden Künstler bespielen neben der Kunsthalle auch die Hotelzimmer, Lobbys und Parkgaragen Baden-Badens. Mit Werken von unter anderem Cindy Sherman, Christian Jankowski, Naneci Yurdagül, Gabriela Oberkofler und Lee Kit.

Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, 22. März bis 22. Juni 2014