Andreas Hofer - Herford

Utopie und Untergang

Neue Endzeitszenarien des deutschen Künstlers im Museum MARTa

Eine rustikale Standuhr lehrte die Besucher der Ausstellung „Made in Germany" in Hannover unlängst das Gruseln: „Time is a one way street", tönte es sonor aus dem gehörnten, mit gigantischen Tentakeln ausgestatteten Ungetüm, „I'm going my way, ooouum!". Andreas Hofer hatte das dröhnende Monstrum in ein düsteres Kabinett hineingestellt, in dem ein kleines Gemälde zudem mit „Verbotenen Wel-ten" frohlockte. Verheißung oder Horrorszenario? Das wusste man nicht so genau.
Die Collagen, Zeichnungen, Skulpturen, Rauminstallationen und gemalten Bilder des 1963 in München geborenen Künstlers oszillieren zwischen Endzeitbeschwörung und Erlösungsaussicht, Utopie oder Untergang: Wenn er NS-Symbole mit Comic-Helden, US-Präsidenten mit Hollywood oder Christus mit Massenmördern in direkte Verbindung bringt, werden kollektive Heilsversprechen unter Generalverdacht gestellt. Im Museum MARTa wird nun mit „The Long Tomorrow" die aus München übernommene Ausstellung „Welt ohne Ende" um neue Arbeiten und eigens für Herford entwickelte, aktuelle Gruseleinbauten ergänzt.

"Andreas Hofer - The Long Tomorrow"

MARTa Herford: bis 13. Januar 2008. Katalog: Verlag der Buchhandlung Walther König, 38 Euro

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