Katharina Fritsch - Piepenbrock Preis für Skulptur

Wesentlicher Beitrag zur Figuration in der Skulptur

Ein grüner Elefant, eine gelbe Madonnenfigur und die bekannte Tischgesellschaft: Katharina Fritschs Skulpturen sind in uns allen vertraut – jetzt wird die in Düsseldorf lebende Künstlerin für ihr umfangreiches Oeuvre mit dem "Piepenbrock Preis für Skulptur" ausgezeichnet.
50 000 Euro Preisgeld:Katharina Fritsch wird ausgezeichnet

Katharina Fritsch: "Mann und Maus", 1991/92, Polyester, Farbe, 240 x 130 x 225 cm

Die in Düsseldorf lebende Künstlerin Katharina Fritsch erhält dieses Jahr den mit 50 000 Euro dotierten "Piepenbrock Preis für Skuptur". "Als europäische Künstlerin hat Katharina Fritsch in den letzten 25 Jahren einen wesentlichen Beitrag zu einem kritisch-magischen Verständnis von Figuration in der Skulptur geleistet", heißt in der Begründung des Jurymitglieds Christoph Brockhaus.

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Die 1956 in Essen geborene Künstlerin hat von 1977 bis 1984 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf studiert und war Meisterschülerin bei Fritz Schwegler. Ihre Arbeiten wurden 1987 mit "Elefant" und '"Madonnenfigur" erstmals einer großen Öffentlichkeit bekann. Für "Elefant" fertigte Fritsch eine lebensgroße, anatomisch genaue Tierskulptur an, die sie blau-grün anmalte. Das Spiel mit dem Widerspruch von Wirklichkeit und Erscheinung zieht sich als roter Faden durch Fritschs Gesamtwerk. Im selben Jahr stellte sie bei den "Skulptur.Projekten" in Münster eine quietschgelbe "Madonnenfigur" aus.

Weitere bekannte Arbeiten der Künstlerin sind die "Tischgesellschaft" (1988), "Mönch" (1999) und das auf der 46. Biennale von Venedig ausgestellte "Museum" (1995). Die Skulptur "Mann und Maus" (1991/92) vereint – wie viele von Fritschs Arbeiten – gleich mehrere Bedeutungsebenen in sich. Das symbolisch aufgeladene Paar wird dargestellt als eine überdimensionale Maus auf einem Bett und suggeriert so einen Rollentausch in den Geschlechterbeziehungen.

Die Jury des "Piepenbrock Preis für Skulptur 2008" besteht aus Christoph Brockhaus, dem Dirketor des Wilhelm Lehmburck Museums Duisburg, dem Kunsthistoriker Klaus Bußmann, dem Architekten Hans Kollhoff, Maria-Theresia Piepenbrock, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kulturstiftung Hartwig Piepenbrock, Peter-Klaus Schuster, dem Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, dem Kunsthistoriker Werner Spieß, sowie Armin Zweite, dem ehemaligen Direktor der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen.

Bisherige Preisträger waren unter anderem Max Bill, Eduardo Chillida, Anthony Cragg, Dani Karavan und Rebecca Horn. Katharina Fritsch und Alicja Kwade, die den mit 25 000 Euro dotierten "Piepenbrock Förderpreis für Skulptur 2008", werden am Donnerstag, 21. August, im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwartskunst ihre Auszeichnungen in Empfang nehmen.

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