Miquel Barceló - UNO

Alle Mann in Deckung

Was für ein Desaster! Miquel Barcelós Stalaktiten-Kuppel im Genfer UNO-Menschenrechtssaal bröckelt und muss bereits zwei Wochen nach Enthüllung saniert werden.
Desaster:Miquel Barcelós Stalaktiten-Kuppel bröckelt

Miquel Barcelós farbenträchtige aber gefährliche Stalaktiten-Kuppel im Genfer UNO-Menschenrechtssaal

Der mallorquinische Künstler Miquel Barceló benötigte zur Vollendung der Stalaktiten-Kuppel im neuen Saal der Menschenrechte am UNO-Sitz in Genf 13 Monate, 35 000 Liter Farbe, 18 Assistenten, einen Höhlenexperten und einen französischen Privatkoch. Aber bereits zwei Wochen nach der pompösen Eröffnung am 18. November durch König Juan Carlos und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sorgt seine "Sixtinische Kapelle" schon für Negativschlagzeilen.

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Strecken Teaser

Nicht nur, dass das 20 Millionen Euro teure Werk zum Teil aus einem spanischen Entwicklungshilfefonds finanziert wurde – jetzt bröckeln die bis zu zwei Meter langen und 50 Kilo schweren Zapfen auch noch von der Decke. Laut des Online-Portals "Human Rights Tribune" bemühte sich die UNO zuerst um Stillschweigen in dieser Sache. Die Glastüren des Saals 20 seien für die schleunigst eingeleiteten Sanierungsarbeiten verschlossen und verhängt worden. Die spanische und die türkische Regierung hatten das Projekt 2006 gemeinsam ins Leben gerufen, um den Dialog der Kulturen zu fördern. Barceló hat die Stalaktiten aus Kurzharz hergestellt und mit Pigmenten aus der ganzen Welt eingefärbt. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP versprach er vor der Eröffnung, dass die Stalaktiten sicher angebracht seien und nicht von der Decke herunterfallen werden. Am 12. Dezember soll der Saal nun zum zweiten Mal eröffnet werden. Dann finden dort die Feierlichkeiten zum 60. Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte statt.

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