Fourth Plinth - Trafalgar Square

Antony Gormley und Yinka Shonibare gewinnen den "Fourth Plinth"-Wettbewerb

Tausende Menschen sollen künftig für ein Kunstwerk auf einem Sockel am Londoner Trafalgar Square posieren: Mit seiner außergewöhnlichen Idee hat der englische Bildhauer Antony Gormley den Wettbewerb für die Wechselausstellung auf dem sogenannten vierten Sockel (Fourth Plinth) an dem zentralen Platz gewonnen, teilte Londons Bürgermeister Boris Johnson am Montag mit. Danach soll dann der Entwurf des Londoner Künstlers Yinka Shonibare umgesetzt werden.
Tausende Menschen auf einem Sockel:Kunstwerk am Trafalgar Square

Antony Gormley: "One and Other"

100 Tage, 24 Stunden lang sollen für das Werk "One And Other" des englischen Bildhauers Antony Gormley Menschen auf dem Sockel stehen. Dabei kann sich jeder als Freiwilliger melden und pro Tag eine Stunde Ausstellungsobjekt sein. Insgesamt haben so rund 2400 Menschen die Möglichkeit, an dem Kunstwerk "mitzuarbeiten".

Neben dem Projekt des Turner-Preis-Gewinners Gormley wurde ein Kunstwerk des britischen Künstlers Yinka Shonibara ausgewählt, den Sockel im kommenden Jahr zu zieren. Für "Nelson's Ship In A Bottle" baut Shonibara das Schiff von Admiral Nelson in einer riesigen Glasflasche nach. Nelsons Statue steht in der Mitte des Trafalgar Squares. Die beiden Kunstwerke lösen die gläserne Architektur-Installation des deutschen Künstlers Thomas Schütte ab, die seit rund 18 Monaten die Fourth Plinth besetzt.

Gormley und Shonibara setzten sich gegen Konkurrenten wie die britische Skandalkünstlerin Tracey Emin durch. Die Werke sollen von kommenden Frühjahr an zu sehen seien. Gormley betonte, durch das Loslösen vom Boden würde auch die Verletzlichkeit der Individuen in der Gesellschaft verdeutlicht. Gormley ist für seinen "Angel of the North" bekannt, eine massive Skulptur im nordostenglischen Gateshead.

Die Fourth Plinth steht in der Nordwestecke vor der Nationalgalerie am Trafalgar Square. Ursprünglich sollte auf dem 1841 erbauten Sockel ein Reiterdenkmal errichtet werden. Doch der Plan wurde fallen gelassen, weil kein Geld mehr da war. 1998 beschloss die Königliche Gesellschaft zur Förderung der Künste, den Sockel für wechselnde Ausstellungen von Skulpturen zu nutzen. Seitdem waren dort Werke von Mark Wallinger, Bill Woodrow und Rachel Whiteread zu sehen.

dpa

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