Kunstsaison - Höhepunkte 2009

Kunstsaison 2009

Das Jahr 2009 verspricht wieder eine Fülle fantastischer Kunstereignisse. Unser Booklet "art kompakt Kunstsaison" bietet Orientierung. Sie erhalten einen ersten Überblick über die besten Ausstellungen im In- und Ausland von Januar bis Juni 2009 – sowie einen Ausblick auf die Höhepunkte in der zweiten Jahreshälfte.
Vormerken!:Ein erster Überblick über die besten Ausstellungen 2009

Umberto Boccioni, "Dynamik eines menschlichen Körpers", 1913

100 Jahre Futurismus

Sie feierten das Tempo, verherrlichten den Krieg und forderten die Abschaffung der Museen: Zum 100. Mal jährt sich 2009 die Veröffentlichung des explosiven Manifests der Futuristen. Eine große Schau mit über 200 Werken zum Thema macht in Paris, Rom und London Station. Die Trilogie "Futurismo100" – verteilt auf Rovereto, Venedig und Mailand – ergänzt sie. Paris, Centre Pompidou: bis 26.1., Rom, Scuderie del Quirinale: 20.2. bis 24.5., London, Tate Modern: 12.6. bis 20.9., Rovereto, Mart: 17.1. bis 7.6., Venedig, Museo Correr: 5.6.–4.10., Mailand, Palazzo Reale: 15.10. bis 25.1. 2010

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Maria Lassnig

"Empfindungen vom Körper" nennt Maria Lassnig ihre Bilder, für die sie seit über 60 Jahren selbst Modell steht. Zwei große Ausstellungen ehren 2009 die Grande Dame der österreichischen Kunst, die im September ihren 90. Geburtstag feiert. Rund 100 Gemälde und Zeichnungen stellen im Wiener Museum Moderner Kunst Lassnigs beeindruckend frisches Alterswerk vor. Im Museum Ludwig wird in Köln mit einer Retrospektive der Zeichnungen und Aquarelle der Bogen von ihren surrealistischen und informellen Anfängen über Trickfilme bis zu Lassnigs neuesten Körpergefühlsbildern gespannt. Wien, Mumok: 13.2. bis 17.5., Köln, Museum Ludwig: 14.3. bis 14.6.

Ägypten

Oft als formelhaft abgetan, präsentiert sich die alte ägyptische Kunst in Paris als überaus vielfältig und wandelbar: Rund 350 Objekte aus drei Jahrtausenden, vom Alten Königreich bis zur Römerzeit, werden in der Schau "Die Pforten des Himmels. Visionen der Welt im alten Ägypten" in ihren sozialen, religiösen und künstlerischen Entstehungskontext eingeordnet. Neben Statuen, Stelen, Papyrusrollen und Holzobjekten aus den Sammlungsbeständen des Louvre, wie der Stele von der Dame Taperet, sind Exponate aus den großen europäischen Sammlungen zu sehen. Als "Pforten des Himmels" galten im alten Ägypten die Flügeltüren von Tabernakeln, die Götterstatuen schützten – sie symbolisieren den Übergang in eine andere Welt. Paris, Louvre: 6.3. bis 29.6.

Amedeo Modigliani

Melancholische mandelförmige Augen in lang gezogenen Gesichtern sind sein Markenzeichen. Der Italiener Amedeo Modigliani (1884–1920) vereinte in seinen Werken expressionistische, kubistische und symbolistische Elemente, ohne sich einer Stilrichtung unterzuordnen. Die große Retrospektive mit Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen aus den Jahren 1909 bis 1919 würdigt den Künstler, der bereits mit 35 Jahren starb. Bonn, Kunst- und Ausstellungshalle: 17.4.–30.8.

Frank Lloyd Wright

50 Jahre nach der Fertigstellung des spiralförmigen Museums ehrt das Guggenheim Museum seinen Architekten Wright (1867 bis 1959) mit einer über 200 Zeichnungen, Modelle und Fotografien sowie Korrespondenz umfassenden Werkschau. Über 50 Projekte, vom Privathaus bis zur nicht verwirklichten städtischen Megastruktur, führen Wrights Werk als "demokratische Architektur" und seine Vision vom modernen Leben vor: Gemeinschaftsflächen, die sozialen Austausch anregen, und Gebäude, die Natur und Architektur in Einklang bringen. New York, Guggenheim Museum: 15.5. bis 23.8.

53. Biennale Venedig

"Weltenmachen" nennt Biennale-Leiter Daniel Birnbaum seine große Schau oder auch: "Fare Mondi/Making Worlds/Bantin Duniyam/Construire des Mondes/Fazer Mundos". Entwicklungsprozesse interessieren 2009 mehr als fertige Werke; Malerei und Zeichnung wird der Vorrang vor (Video-)Installationen eingeräumt. Die Vereinigten Arabischen Emirate, Südafrika oder Pakistan nehmen zum ersten Mal mit Pavillions teil. Deutschland wird mit Liam Gillick von einem Briten vertreten. Venedig, Giardini, Arsenale u.a.: 7.6. bis 22.11.

Paul Graham. Fotografien seit 1980

Die Aufnahmen des britischen Fotografen (*1956) schweifen zwischen nordirischen Bürgerkriegslandschaften, Porträts von Jugendlichen und leeren Parkplätzen, zwischen Trauma und Trivialität. In einer groß angelegten Schau in Essen sind nun Grahams Serien zu sehen, darunter Fotos aus "Troubled Land", "Empty Heaven" oder "American Night", die in Nordirland, Japan und den USA entstanden. Essen, Museum Folkwang: 23.1. bis 12.4. Weitere Station: Hamburg, Deichtorhallen: 28.5. bis 29.8.2010

Van Gogh und die Farben der Nacht

In der Abenddämmerung, wenn er sich sicher und getröstet fühlte, arbeitete der holländische Maler besonders gern. Nächtliche Landschaften und düstere Interieurs, aber auch zwielichtige Straßen gehörten zu Vincent van Goghs
(1853–1890) bevorzugten Motiven. Das Van Gogh Museum bringt in Amsterdam in Zusammenarbeit mit dem New Yorker Museum of Modern Art 32 Gemälde mit hypnotischen Dämmerlichtmotiven zusammen, darunter auch die berühmte "Caféterrasse bei Nacht (Place du Forum)". Amsterdam, Van Gogh Museum: 13.2. bis 7.6.

Marc, Macke und Delaunay. Die Schönheit einer zerbrechenden Welt (1910–1914)

Es ist nicht nur der Beginn einer kurzen, intensiven Freundschaft: Als Franz Marc (1880–1916) und August Macke (1887–
1914) in Paris 1912 erstmals auf Robert Delaunay (1885–1941) treffen, setzt auch bei allen dreien eine rege Auseinandersetzung mit dem Licht und seiner Auffächerung ein. Freunde, Kritiker und Sammler vermittelten zwischen Kunstrichtungen und Sprachen. Rund 90 Gemälde sowie etwa 100 Aquarelle und Zeichnungen erinnern im Sprengel-Museum in Hannover an den fruchtbaren Austausch der drei Künstler. Hannover, Sprengel-Museum: 29.3. bis 19.7.

Caravaggio in Holland

Anlässlich des Erwerbs von Dirck van Baburens "Singendem jungen Mann" zeigt das Städel-Museum
Musikanten- und Bordellbilder, die in den zwanziger Jahren des 17. Jahrhunderts in Utrecht entstanden sind. Maler
wie Hendrick Terbrugghen und Gerard van Honthorst wetteiferten um neue Bilderfindungen, nachdem sie ein Jahrzehnt
in Rom verbracht und Werke Caravaggios studiert hatten. Den Arbeiten der so genannten "Utrechter Caravaggisten"
werden in der Ausstellung ihre italienischen Vorbilder gegenüber gestellt. Frankfurt am Main, Städel-Museum: 3.4. bis 26.7.

Modern Life. Edward Hopper und seine Zeit

Mit Szenen des modernen Lebens beschließt das Bucerius-Kunst-Forum seine Trilogie zur amerikanischen Kunst zwischen
1800 und 1950. Gemälden von Edward Hopper (1882–1967) werden Arbeiten berühmter Zeitgenossen wie Georgia O’Keeffe, Man Ray oder Alfred Stieglitz an die Seite gestellt. Rund 70 Werke aus der Sammlung des New Yorker
Whitney Museum of American Art spiegeln die amerikanische Befindlichkeit im fordistischen Zeitalter. Hamburg, Bucerius-Kunst-Forum, 9.5. bis 16.8.

Heimatland: Fanta, Sprite, H-Milch, Micky und Donald!

"Science-Fiction-Expressionismus" nennt der 1973 in Stuttgart geborene Künstler seine Bilder. Comicartige Gestalten,
so genannte "Schande-Menschen" oder "Friedens-Siemense", bevölkern darauf fiktive Städte, die André Butzer aus
farbenfrohen Linienknäueln baut. Die Nürnberger Kunsthalle versammelt rund 30 Gemälde, die seit 1999 entstanden
sind und sich überwiegend in Privatbesitz befinden. Nürnberg, Kunsthalle: 18.6. bis 23.8.

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