India: Art & Fashion - Ishøj/Kopenhagen

Speziell indisch und doch westlich

Keine Überblicksschau, sondern einzelne indische Künstler und Designer im Porträt zeigt "India: Art Now / Fashion Now"

Kunstausstellungen mit geografischem Fokus auf Gegenden, die fern der westeuropäischen Welt liegen wie Afrika oder China, sind zur Zeit en vogue. "Uncertain States of America" und "Indian Highway"(Serpentine Gallery London) und "Ars11" mit Schwerpunkt Afrika (Kiasma, Helsinki) waren etwa in der jüngeren Vergangenheit zu sehen. Nun lädt das vor den Toren Kopenhagens gelegene Arken Museum in Ishøj zu "India: Art Now" und "India: Fashion Now".

Gezeigt werden Arbeiten von zwölf Künstlern und einem Künstlerduo sowie von sieben Designern. Fast alle leben und arbeiten in Mumbai oder Delhi. "Wir wollen keinen breiten Überblick geben, sondern bei einzelnen Künstlern in die Tiefe gehen. Jeder bekommt einen eigenen Raum, in dem mehrere Werke gezeigt werden können", erklärt Stine Høholt, Chefkuratorin bei Arken, das Konzept. So hat das noch recht junge Duo Thukral & Tagra (Jahrgang 1976 und 1979) eine raumfüllende Installation geschaffen. "Es ist ein Zwischending zwischen Heim und Flugzeug, in dem die Besucher Platz nehmen können, thematisiert werden etwa Rastlosigkeit und Mobilität", so Høholt. "Die Tatsache ein Heim zu haben, das sich nicht heimisch anfühlt."

Stimmen aus den Straßen von Delhi

G. Ravinder Reddy formt überdimensionale Porträtbüsten indischer Frauen mit traditioneller Haartracht und klassischem Schmuck aus Glasfiber – allerdings in knalligen Farben, die seine Skulpturen in die Nähe der Pop Art rücken. Rashmi Kaleka zeigt "Chhoita Paisa", eine raumfüllende audio-visuelle Kakophonie von Stimmen, die auf den Straßen von Delhi zu hören sind, zugleich projiziert sie einen Film, aufgenommen von den Dächern von Delhi in den frühen Morgenstunden. "Eine schöne und bewegende Arbeit, die eine lokale, authentische Kultur einfängt, die wegen der Globalisierung vielleicht gerade dabei ist, zu verschwinden", so die Kuratorin.

Was Katie Perry und Madonna tragen..

Installationen und Skulpturen stehen im Fokus dieser Schau. "Die Künstler suchen in ihren Arbeiten häufig, etwas speziell Indisches auszudrücken, gleichzeitig sind sie natürlich vom Westen beeinflusst", sagt Høholt. Das gilt auch für den Modeteil der Ausstellung. Dort experimentiert man viel mit klassischen Materialien und versucht sie in die heutige Zeit zu übertragen. Bizarr ist die Kreation des inzwischen zu internationaler Berühmtheit gelangten Modedesigners Manish Arora, zu dessen Kundinnen auch die Popsängerinnen Madonna und Katy Perry gehören: Arora bracht im Rockteil eines Kleides ein figurenreiches Zirkuskarussell unter.

Inda: Art now India: Design Now

Termin: 18. August bis 13. Januar 2013. Zur Ausstellung findet ein wissenschaftliches Seminar zu Migration und Gegenwartskunst statt, dessen Resultate in einem Buch zusammengefasst werden
http://www.arken.dk/