Museum Berggruen - Berlin

Die intime Privatsammlung

Das Museum Berggruen in Berlin eröffnet nach fast zwei Jahren wieder – mit einem Erweiterungsbau und einigen Überraschungen

Auch jenseits von Mitte verfügt Berlin über hochrangige Museen – dies gerät leider oft in Vergessenheit.

Seitdem das Museum Berggruen seine Pforten im westlichen Stülerbau wegen des anstehenden Erweiterungsbaus geschlossen hatte, kam deutlich weniger Kunstpublikum nach Charlottenburg. Jetzt nach einer fast zweijährigen Umbauphase ist das Museum, das am 15. März wiedereröffnet, sowohl für Liebhaber der Klassischen Moderne als auch für Fans zeitgenössischer Architektur ein Ziel. Mittels einer 22 Meter langen verglasten Pergola hat das Berliner Architekturbüro Kuehn Malvezzi das ursprüngliche Museum mit dem benachbarten renovierten Kommandantenhaus von 1892/93 verbunden. Der durch Stahlgurte gegliederte Glasriegel ist so geschickt in den Garten zurückversetzt, dass der Fassadenzug am Spandauer Damm nur durch eine Toranlage eine diskrete Ansicht von dem Minimal-Neubau freigibt. 6,7 Millionen Euro wurden hier investiert. "Es ist ein Kleinod für Kunstgenießer entstanden, die sich etwas mehr Zeit nehmen wollen", schwärmt Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie. "Uns war es wichtig, dass das Museum den einstigen, intimen Charakter einer Privatsammlung behält."

Der Kunsthändler und Sammler Heinz Berggruen (1914 bis 2007) war zuletzt ins Gerede gekommen: 2011 hatte ihm die Autorin Vivien Stein Unstimmigkeiten in seiner Mäzenaten-Biografie vorgeworfen, gefolgt von einer Debatte um die Verdienste Beggruens. Seine 2000 von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz angekaufte Sammlung mit Werken von Picasso, Giacometti und Klee ist aber gerade reizvoll in ihrer Geschlossenheit. Es wurde den Klassikern der Moderne zuletzt nur etwas eng im Stülerbau. Durch die im Kommandantenhaus gewonnene zusätzliche Fläche von 1000 Quadratmetern konnten zu den 18 bereits bestehenden Ausstellungsräumen zehn weitere hinzugefügt werden. Die Sammlung sei durch zwei Dutzend noch nie der Öffentlichkeit präsentierte Arbeiten ergänzt worden, sagt Kittelmann. Ein Raum soll ganz Cézanne gewidmet sein.