Piet Mondrian und die Farbe

Die Wahrheit der Dinge suchen

Die reinen Farben machten den Niederländer berühmt. Die Hamburger Ausstellung im Bucerius-Kunst-Forum untersucht jetzt Piet Mondrians Weg zur Abstraktion.
Die Wahrheit der Dinge

Piet Mondrian: "Komposition mit rot, gelb und blau", Öl auf Leinwand, 1928

Vierecke, ausgefüllt mit roter, blauer oder gelber Farbe, voneinander getrennt durch schwarze Linien, die horizontal und vertikal durchs Bild laufen, der Hintergrund weiß.

So simpel das Erfolgsrezept von Piet Mondrians berühmtesten Werken auch erscheinen mag, die Anwendung des Grundgedankens von Konstruktivismus und Farbenlehre gestaltete sich da schon schwieriger. Monatelang arbeitete Mondrian oft an einem Bild, malte eine Schicht Farbe, um sie, wenn sie trocken war, mit einer neuen Schicht zu übermalen. Das ging so lange weiter, bis er die Intensität und Leuchtkraft der Farben unübertrefflich befand.

Dass sich der Maler (1872 bis 1944), der in der niederländischen Provinz mit der streng-calvinistischen Religionslehre seines Vaters aufgewachsen war, von pastoralen Bildern löste und sich in die Kunstgeschichte einschreiben würde, ist allein auf sein unbeugsames Streben zurückzuführen, an den Kern der Dinge zu gelangen.

Theorie des Kubismus weiterführen

Mondrian ließ sich von der Natur oder dem Gesehenen inspirieren, wie er sagte, um in einen emotionalen Zustand zu gelangen, der in ihm einen Schaffensdrang auslöste. Mit seiner Malerei wollte er so nah wie möglich an die Wahrheit der Dinge vordringen. Es galt also, alles zu abstrahieren, bis er das Wesentliche erreichte. Ab 1911 begann er, Formen- und Farben über den Inhalt des Bildes zu stellen und die Theorie des Kubismus weiterzuführen. Die zuvor noch schwingenden Linien löste er dann durch geradlinige Raster ab. Und statt der an den Bildrändern schwächer werdenden und ineinander übergehenden Mischfarben verwendete er ausschließlich Grundfarben (Blau, Rot, Gelb) und unbunte Farben (Schwarz, Weiß). Erstmals untersucht die Ausstellung "Mondrian. Farbe" dieses zentrale Moment seines Werks. Die Ausstellung im Bucerius-Kunst-Forum versammelt 40 Leihgaben aus dem Gemeentemuseum Den Haag, dazu kommen weitere Leihgaben aus europäischen und amerikanischen Sammlungen.

Mondrian. Farbe

Termin: 1. Februar bis 11. Mai 2014, Hamburg, Bucerius-Kunst-Forum.

Der Katalog erscheint im Hirmer Verlag und kostet 29 Euro, im Buchhandel 45 Euro.
http://www.buceriuskunstforum.de/ausstellung/mondrian-farbe/

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