Street Art - Urban Feedback

Lockeres Familientreffen in Basel

Die Basler Ausstellung "Urban Feedback" präsentiert auf 6000 Quadratmetern das ganze Spektrum der boomenden Street-Art-Szene. Ein Rundgang
Grimmige Politcartoons und bunte Kartonfiguren:"Urban Feedback" zeigt Street Art

Smash, Basel

Auf der Wand der alten Basler Markthalle sind Plattenbauten zu sehen, die raue Struktur des Betons gibt ihrer Tristesse Lebendigkeit. "Ich beziehe immer den Untergrund des Materials mit ein", sagt ihr Schöpfer. Seinen Namen will er nicht nennen.

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Strecken Teaser

Er gehörte der Gruppe CTINK an, zog mit den Kollegen durch Berlin und machte Graffiti im öffentlichen Raum, bevor er sein eigentliches Medium entdeckte: Überall standen Stromverteilerkästen herum, auf die er mit Schablonen die Plattenbauten aufbringen konnte. Dass sie inzwischen längst als Sammlerobjekte gehandelt werden, ist typisch für viele Straßenkünstler, die von kunstfernen Motiven begannen, den Stadtraum mit ihren Schriften, Bildern, Skulpturen oder Interventionen zu besetzen und heute in die Kunstwelt mit ihren Galerien und Sammlern integriert sind.

Gut zwei Dutzend von ihnen haben Florian Erhardt und Daniel Kölliker nach Basel eingeladen. Die beiden Studenten an der Hochschule für Gestaltung und Kunst wollen öffentliche Prozesse in Gang setzen. Den Anfang der Ausstellung machte ein Aufruf an Künstler im Internet, Fotoarbeiten zu schicken. Das war dem situativen Charakter der Street Art nicht sehr angemessen, das Projekt gewann schnell eine größere Dimension, mit Hilfe des Kunstvermittlers Klaus Littmann wurde die jetzige Ausstellung initiiert.

Sie löst das Paradox, dass Straßenkunst sich eigentlich von Ausstellungen im Innenraum absetzen möchte, mit der Weite der Halle, deren gigantische Kuppel als drittgrößte in Europa gilt. Unter dieser Hülle kann man das ganze Spektrum der boomenden Szene kennen lernen: Von den grimmigen Politcartoons von Flying Fortress über bunte Kartonfiguren von Nikodem aus Grenoble und gemalte Manga-Erzählungen von Mizzo aus Zürich bis hin zu konzeptuellen Wort-Arbeiten von tower und der Selbstbefragung seiner Rolle durch Nomad reicht das Spektrum.

Die sind wie eine Reihe anderer aus Berlin angereist. Der ganz große Star der Szene ist nicht gekommen: Die New Yorkerin Swoon, die kürzlich in Bethlehem Aufsehen erregt hat, schickte Daten einer Malerei auf einer Hauswand, die ausgedruckt wurden.

"Urban Feedback"

Markthalle Basel, bis 31. Januar, täglich 12 bis 20 Uhr.
http://www.urbanfeedback.net/