HFBK - Hamburg

Stapelweise Kunst

Einmal im Jahr stellen die Studenten der Hamburger Kunsthochschule ihre Werke aus. Diesmal finden sich Exponate auch außerhalb des Gebäudes - mitten im Stadtbild von Hamburg
Jahresausstellung:Jahresausstellung in der HFBK

Aufbauen macht müde: Bühnenraum-Student Fabian Wendling verpackte das Mobiliar seiner Klasse mit Industrie-Polstern. In der Ausstellung sehen die Besucher dann den fertigen kompakten, mehrere Meter großen Kubus.

Beim REAL um die Ecke ist die Ausstellung schon eröffnet. In großen roten Lettern hat ein Student der Kunsthochschule schon vor Tagen ein "SUR" vor den Namen des Supermarkts geklebt.

Die Stadt als Schreibfläche für jedermann, lautet der Leitgedanke für das Projekt "City Types" der Hamburger Kunststudenten. Ähnlich surreal sind denn auch die anderen Eingriffe in den semiotischen Alltag von Hamburg: "Don’t trouble the water" ist da auf einem kleinen blauen Wasserschild zu lesen; Simon and Garfunkel lassen grüßen. Und wie die umgetaufte "Martina-Luther-Straße", zumal vor der Frauen-WM, geheißen haben mag, kann man sich leicht denken.

"City Types" ist nur ein Projekt von vielen bei dieser Jahresausstellung der Hamburger Hochschule für Bildende Künste (HFBK). Am Vortag der Eröffnung setzt mancher Student im Gebäude der Hochschule sein Werk noch zusammen, werden letzte Farbreste mit Spachteln vom Boden gekratzt und Schutzfolien entfernt. Das Hauptgebäude beherbergt die Installationen, Gemälden, Skulpturen und Designobjekten der gut 400 Studenten, die sich an der Ausstellung beteiligen: vom Studienanfänger in der Malerei-Klasse bis zum diplomierten Designer. Charakteristisch für die Kunsthochschule ist es gerade, die Genres zu vermischen. So hängen in der Bildhauerei-Klasse von Andreas Slominski auch – wiewohl teils figurale – Gemälde.

Studenten der Klasse von Jeanne Faust formten für die Jahresausstellung eine Privatwohnung zum Ausstellungsort um, wo die Kunst unmittelbar in das Lebensumfeld integriert wird: Statt Polittalkshows laufen auf dem Fernseher nun Videoinstallationen, die ganze Wohnung wird zum Kunstträger und -objekt, denn alles, was sich dort befindet, kann Kunst sein – und die Besucher müssen zwangsläufig über ihren Begriff von Privatheit und Voyeurismus nachdenken. Im Rahmen der Führungen, die am 7. Juli beginnen, kann auch diese "Schaufensterwohnung" besichtigt werden.

Die Hochschule für Bildende Künste eröffnet am Mittwoch, 6. Juli, um 18 Uhr die Jahresausstellung. Sie ist dann vom 7. bis zum 10. Juli am Lerchenfeld 2 zu besichtigen.
http://www.hfbk-hamburg.de/de/aktuell/regelmaessige-veranstaltungen/jahresausstellung/