Stadt, Land, Fluss - Skulpturenparks

Stadt, Land, Fluss: Skulpturenparks (3)

Raus aus dem Museum, rein ins Grüne! art stellt Ihnen sehenswerte Skulpturenparks weltweit vor. Diese Woche: Der Gerisch Skulpturenpark in Neumünster, Europos Parkas in Litauen und das Middelheimmuseum in Antwerpen.

Fluss: Gerisch Skulpturenpark, Neumünster

"Wo liegt Arkadien?" Die Frage nach dem Standort des irdischen Paradieses ist das künstlerische Leitthema des Gerisch Skulpturenpark in Neumünster. Im Tal an der Schwale entsteht seit 2001 auf den Wasserflächen, Inseln und in den Hainen des von Harry Maasz in den zwanziger Jahren gestalteten Landhausgartens der Skulpturenpark der Herbert-Gerisch Stiftung.

In 20 Werken gehen moderne und zeitgenössische Künstler wie Horst Antes, Brigitte Kowanz, Olaf Nicolai oder Bogomir Ecker dem Verhältnis von Kunst und Natur, Gesellschaft und Idylle auf den Grund. In der Jugendstilvilla Wachholtz, der angrenzenden Gerisch-Galerie und im Park selbst ergänzen Sonderausstellungen die Sammlung. In der aktuellen Schau "My Paradise – Made in Porto Novo" nimmt Romuald Hazoumè aus Benin die Frage nach dem Idyll auf und behandelt in seinen Werken die gegenseitigen Sehnsüchte von Afrikanern wie Europäern nach dem angeblichen Paradies im jeweils anderen Land. Neben Acrylbildern, Fotoarbeiten und Masken, die in den Ausstellungsräumen präsentiert werden, zeigt der Park acht aus Kanistern gefertigte Großskulpturen und Installationen.

Aktuell: Romuald Hazoumè: "My Paradise – Made in Porto Novo", bis 17. Oktober 2010

Spektrum: moderne bis zeitgenössische Kunst (Horst Antes, Ian Hamilton Finlay, Olaf Nicolai oder Bogomir Ecker) mit der Thematik von modernen Vorstellungen des Paradieses

Besonders empfehlenswert für: Liebhaber der Landschaftsarchitektur in Verbindung mit moderner sowie zeitgenössischer Skulptur

Info: Brachenfelder Straße 69 24536 Neumünster, Mittwoch bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, April bis September: Samstag und Sonntag 11 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung, Eintritt: Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 4 Euro

Land: Europos Parkas, Litauen

Als der 23-jährige Bildhauer Gintaras Karosas 1991 beschloss, im Wald 19 Kilometer nordöstlich der litauischen Hauptstadt Vilnius einen Skulpturenpark zu errichten, hielten ihn nicht nur seine Kunstprofessoren von der Akademie der Künste Vilnius für verrückt. Doch da das French National Geographic Institute 1989 ein paar Kilometer weiter den geografischen Mittelpunkt Europas bestimmt hatte, wurde Karosas in seiner Idee für den Park bestärkt: Das geografische Zentrum Europas sollte zu einem bedeutenden Ort werden und den Bewohnern des kleinen Landes Selbstvertrauen schenken. Karosas legte Pfade an, fällte Bäume, grub Teiche aus und veranstaltete internationale Symposien in seinem "Europos Parkas". Inzwischen stehen mehr als 90 Werke von Künstlern aus 27 Ländern, darunter Magdalena Abakanowicz, Sol LeWitt and Dennis Oppenheim, in dem 55 Hektar großen Freilichtmuseum. Gintaras Karosas selbst errichtete eine Skulptur, die im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet wurde: 3000 alte Fernseher und eine gestürzte Leninskulptur sollen die Manipulation durch Ideologie und Medien symbolisieren.

Aktuell: Dauerausstellung: Europos Parkas

Spektrum: mehr als 90 Werke international bekannter moderner und zeitgenössischer Künstler, unter anderen Magdalena Abakanowicz, Sol LeWitt, Aleš Veselý, Dennis Oppenheim

Besonders empfehlenswert für: Wander- und Waldfreunde

Info: Joneikiskiu k., 15148 Vilnius r., Lithuania, täglich geöffnet von 10 Uhr bis Sonnenuntergang, Eintritt: Erwachsene zirka 6 Euro, Studenten zirka 4 Euro, Schüler zirka 2 Euro

Stadt: Middelheimmuseum, Antwerpen

Von Auguste Rodin, Aristide Maillol, Henry Moore über Per Kirkeby, Matt Mullican zu Thomas Schütte: In dem Middelheimmuseum in Antwerpen kann der Besucher unter freiem Himmel durch die Geschichte der Bildhauerei spazieren. Mehr als 400 Skulpturen, von denen 200 dauerhaft ausgestellt sind, umfasst die Sammlung des Freilichtmuseums, das 1950 zum ersten Mal eine "Internationale Ausstellung für Bildhauerkunst" organisierte. Heute gehört der Skulpturenpark zu einem der 16 großen, für die Erhaltung des kulturellen Erbes Belgiens wichtigen Museen der Kunststadt Antwerpen. Zweimal im Jahr veranstaltet das Freilichtmuseum Sonderausstellungen, und auch in dem auf dem Parkgelände gelegenen Braem-Pavillon finden regelmäßig Schauen statt. Derzeit gehen in der Ausstellung "Neue Monumente" 14 Künstler der Bedeutung des Denkmals in unserer Gegenwart nach – dabei setzen sich sich einige von ihnen bewusst von der Tradition des Monuments ab, andere arbeiten widerum mit der bestehenden Bildersprache.

Aktuell: "Neue Monumente", bis 19.9.2010

Spektrum: 14 zeitgenössische Künstler, unter anderen Jan De Cock, Nadia Naveau, Johan Muyle Dauerausstellung: mehr als 400 Skulpturen von wichtigen Künstlern für die Entwicklung der Bildhauerei (Auguste Rodin, Émile-Antoine Bourdelle, Aristide Maillol, Pablo Gargallo, Henry Moore, Ossip Zadkine, Giacomo Manzù, Matt Mullican, Juan Muñoz, Panamarenko, Franz West, Jef Geys, Thomas Schütte, Honoré d´O, Ricky Swallow, Peter Rogiers, Luc Deleu)

Besonders empfehlenswert für: Kunstliebhaber, die einen Überblick über Epochen und Stile suchen

Info: Middelheimlaan 2020 Antwerpen, Königreich Belgien, täglich außer montags geöffnet, Oktober bis März 10 bis 17 Uhr; April, September: 10 bis 19 Uhr; Mai, August: 10 bis 20 Uhr; Juni bis Juli: 10 bis 21 Uhr, Eintritt frei