Bob Dylan Ausstellung in Chemnitz

Bob Dylan im exklusiven Interview

Die äußerst pressescheue Musiker-Legende Bob Dylan gibt zum ersten Mal ein Interview über seine Kunst – exklusiv in art. Anlass sind seine Bilder, die weltweit zum ersten Mal ausgestellt werden - in den Kunstsammlungen Chemnitz
Weltpremiere:Bob Dylan zeigt seine Bilder in Chemnitz

Portrait of the artist as an elder man: Bob Dylan, Zeichner und Musiker

Zum ersten Mal zeigt ein Museum in diesem Monat Bilder der Poplegende Bob Dylan. Die Kunstsammlungen Chemnitz präsentieren exklusiv vom 28. Oktober 2007 bis zum 3. Februar 2008 rund 170 Aquarelle und Gouachen des Künstlers. Dass die Premiere in Chemnitz stattfindet, verdankt die sächsische Stadt ihrer hartnäckig-charmanten Museumschefin Ingrid Mössinger, die Kontakt zu Dylan aufnahm. Seit bekannt wurde, dass Bob Dylan seine Werke in Chemnitz ausstellt, kommen täglich E-Mails und Anrufe aus der ganzen Welt von Südafrika bis Kroatien. Ingrid Mössinger zu art: „Sie glauben ja gar nicht, welcher Wahnsinn hier losgebrochen ist."

Bob Dylan, 66, hat mit seinen poetisch-rebellischen Songs die populäre Kultur des 20. Jahrhunderts geprägt wie sonst nur die Beatles und Elvis Presley. Interviews mit ihm sind äußerst rar, seine Verschlossenheit und sein schroffes Verhalten gegenüber Journalisten legendär. Vor seiner Ausstellung in Chemnitz konnte ihm art-Redakteur Ralf Schlüter schriftlich einige Fragen stellen, die er per E-Mail beantwortete - in für Dylan typischer Knappheit.

art: Herr Dylan, wann haben Sie angefangen, neben der Musik zu zeichnen?

Dylan: Ich kann mich nicht daran erinnen, jemals nicht gezeichnet zu haben, seit ich auf der Grundschule war.

Warum haben Sie so lange mit ihrer ersten Ausstellung gewartet?

Es ist nicht so, dass ich gewartet habe. Die Gelegenheit hatte sich vorher einfach nie ergeben.

Welche Künstler mögen Sie?

Ich mag Vermeer, Kandinsky, van Gogh, Renoir ... alle aus unterschiedlichen Gründen.

Und zeitgenössische Künstler?

Chris Cooper, die Hernandez-Brüder, David Hockney, Brice Marden.

Gibt es Museen, die Sie besonders gern besuchen?

Neben dem Louvre in Paris sind meine liebsten Museen wohl der Prado in Madrid, die Galleria Borghese in Rom und das Metropolitan Museum in New York.

Wo und wie arbeiten Sie an Bildern?

Im Grunde zu jeder denkbaren Zeit an jedem denkbaren Ort. Drinnen, draußen, bei ganz unterschiedlichem Licht. Es hängt von den Umständen ab.

In Chemnitz zeigen Sie Variationen zu ihrer Serie "Drawn Blank" aus den frühen neunziger Jahren. Wie kamen Sie zu dieser Idee?

Es war nicht meine, sondern Ingrids Idee. Es gab das Buch mit den Zeichnungen ja schon vorher.

Was ist der größte Unterschied zwischen dem Malen und dem Schreiben von Liedern?

Wenn ich zeichne, kann ich sehen, was ich vor mir habe. Wenn man einen Song schreibt, ist man nie ganz sicher ... man muss sich die meiste Zeit ganz allein auf sein Gefühl verlassen.

Wird es weitere Ausstellungen mit Ihren Bildern geben?

Ich hoffe es!

Scharfsinniger Beobachter?:Hat er oder hat er nicht?
Wie stark hat sich Bob Dylan für seine Gemälde bei Fotografen wie Henri Cartier-Bresson bedient?