Anselm Kiefer

Friedenspreis

Das Buch wird Ausdrucksträger
Anselm Kiefer, aufgenommen 2007 in seinem Atelier im französischen Barjac (Foto: Renate Graf)
DAS BUCH WIRD AUSDRUCKSTRÄGER
Der deutsche Buchhandel ehrt den Maler und Bildhauer Anselm Kiefer mit seinem Friedenspreis

Der deutsche Maler Anselm Kiefer, Jahrgang 1945, erhält den Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2008. Er wird ihm zur Buchmesse am 19. Oktober dieses Jahres in der Frankfurter Paulskirche überreicht, die ARD wird das Ereignis wie gewohnt übertragen. Der Friedenspreis des deutschen Buchhandels wurde 1950 ins Leben gerufen und sollte "für das isolierte, durch seine eigene Geschichte gedemütigte Deutschland ein Zeichen der Hoffnung und Unterstützung für ein in kritischer Reflexion wieder entstehendes Selbstbewusstsein" sein. Der Preis ging vor allem an Literaten, Philosophen, Soziologen, Historiker und Politiker, Anselm Kiefer ist der erste bildende Künstler, dem diese Ehre zuteil wird.

Der Preis gehe an "einen weltweit anerkannten Künstler, der seine Zeit mit der störenden moralischen Botschaft vom Ruinösen und Vergänglichen konfrontiert", heißt es in der Begründung der Jury. "Im Mittelpunkt steht eine von Vergangenheit zerfressene, zerstörte Gegenwart, die mit äußerst verknappter Rhetorik, mit Sprachlosigkeit präsentiert wird." Außerdem habe sich Kiefer mit intensiv mit Literatur und Poesie auseinandersetzt. "Er hat das Buch selbst, die Form des Buches, zu einem entscheidenden Ausdrucksträger gemacht." Petra Bosetti

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4 Leserkommentare vorhanden

Werner Hahn

21:25

04 / 06 / 08 // 

Ist der Friedenspreisträger Anselm Kiefer ein Staatskünstler?

1989 wurde der vom Rat der Städelschule zum ord. Professor vorgeschlagene H. Nitsch vom hess. Kunstminister Gerhardt (FDP) abgelehnt (Medienaufstand gegen Nitschs Aktionskunst). Der Praemium-Imperiale-Preisträger Kiefer war/ist nicht unumstritten. 1934 bot Venedigs Biennale Hitler eine Polit-Bühne (u. a. mit „Führer“-Büste von F. Liebermann, Thorak-Skulpturen). In faschistischer Machtdemonstration des NS-Regimes wurde 1938 und 1940 der Propaganda-Künstler Breker im Deutschen Pavillon auf der Biennale gefeiert. „Entarte Künstler“ („Blauer Reiter“, „Brücke“, Bauhaus) stellten später im „deutschen Bau“ aus. Kiefer war 1980 auf der Biennale vertreten (Preis 1997). Staatskunst-Formate schufen auch Staatskünstlers als Propagandisten in den kommunistischen „Ostblock“-Staaten. Als (gegenständliche) Maler übernahmen die Staatskünstler Tübke, Heisig und Mattheuer und Sitte Aufträge von DDR-Regierung und SED. Sie wurden im Westen geschmäht und abqualifiziert. Als staatstragende „Staatskünstler“ etablierten sich auch BRD-Maler: Z.B. „Genie“ M. Lüpertz (BGH-Bau Karlsruhe, Bundesadler / Hofkunst Bundeskanzleramt), der Politrebell J. Immendorff („Ahnengalerie“ Kanzleramt, Gold-Schröder-Porträt) sowie Anselm Kiefer (Sammlung Bundeskanzleramt).

Werner Hahn

17:03

16 / 06 / 08 // 

Folgt nach KIEFER GOOGLE als Friedenspreisträger 2009?

KIEFER als einen „MANN DES FRIEDENS“ zu sehen und ihn als „neue kulturelle Leitfigur“, „Liebling der Stunde“ auszurufen, sei eine „groteske Fehlentscheidung“ (so DIE ZEIT Nr. 25, S.47 – H. RAUTERBERG). "(…) wenn diese Kunst überhaupt von etwas kündet, dann davon, dass es keinen Sinn gibt in unserem Dasein und keine Hoffnung und nichts, was auf eine friedliche Zukunft deuten könnte." DER SPIEGEL mutmaßt zu KIEFERs Werk mit „Gigantomanie“ und „apokalyptischer“ Bildwelt (Nr. 24, S. 164 ff.), der „Mythologe des Schreckens“, den KIEFER-Freund Werner SPIES „vorgeschlagen und rhetorisch durchgesetzt“ habe (im Stiftungsrat!), sei als „gelungene Provokation“ (zum „Polarisieren“) ausgewählt worden. „Aus Mangel an triftiger Wortgewalt versteckt man sich hinter einem Maler-Weltstar. Mutig ist das nicht.“ (So KNÖFEL & SCHREIBER.). Die Suchmaschine GOOGLE erhält 2008 den Prinz-von-Asturien-Preis für Kommunikation und Geisteswissenschaften. Sie habe eine Kulturrevolution ausgelöst: Jenseits von Ideologien, Wirtschaftsformen, Sprachen und Rassen habe die Suchmaschine zum Fortschritt der Völker beigetragen. Unter den Voraussetzungen des Friedenspreis-Statuts (Deutscher Buchhandel) schlage ich hiermit ÖFFENTLICH für die Preis-Verleihung in 2009 GOOGLE vor. Durch GOOGELN konnte sich eine kritische, freie und unabhängige Gegenöffentlichkeit zu etablierten Medien etablieren (= Medien-Demokratisierung). WWW-Randalierer (hyperaktive Störer) können Frust abbauen. Die Suchsystem-Leistungen von GOOGLE zur Kommunikation (Recherche, Kultur/Kritik, Bildung, Wissen, Information, Forschung, Unterhaltung etc.) dienen „Frieden – Menschlichkeit – Verständigung“ (STATUT-Ziel).

Werner Hahn

04:35

05 / 07 / 08 // 

OFFENER BRIEF: Friedenspreis 2008 & 2009

Zum Thema: Bitte GOOGELN: "OFFENER BRIEF zum FRIEDENSPREIS 2008 & 2009 des Deutschen Buchhandels (Börsenverein): GOOGLE als Preisträger 2009! " - ein Beitrag in DIE ZEIT (Online). Mit Kommentar-Möglichkeit.

Werner Hahn

04:46

21 / 10 / 08 // 

Frieden oder Un-Frieden zur Preisverleihung an Kiefer?

Haben Anselm Kiefer mit seiner Dankes-Rede und Werner Spies durch seine Laudatio in der Frankfurter Paulskirche die Zweifel des Feuilletons beseitigen können, ob denn der Maler & Objektkünstler den Friedenspreis überhaupt verdient hat? Dazu mehr ausführlich in einem längeren Beitrag in ZEIT ONLINE „Community“ vom 20.10.2008: „FRIEDENs-Preis an Kiefer: Tag der Wahrheit und/oder Tag des UN-FRIEDENs?“