Kunst der Westküste - Museum auf Föhr

Von der Erhabenheit des Meeres

Max Liebermann, Emil Nolde, Eugène Boudin und Edvard Munch – das sind nur einige Namen aus der Kunstsammlung des Sammlers Frederik Paulsen. Seine Liebe zu maritimer Kunst ist jetzt im neu eröffneten Museum Kunst auf Föhr zu erleben.
Von der Erhabenheit des Meeres:Sammlung Frederik Paulsen auf Föhr

Neu eröffnet: das Museum Kunst der Westküste

Die Insel Föhr (Werbeslogan: "Grüne Insel, weißer Strand") hat vor allem einen Ruf als familienfreundliches Feriengebiet. Seit neuestem bietet aber auch die Kultur Grund genug, das Eiland in Nordfriesland zu besuchen: Dort wurde jetzt im Ort Alkersum das Museum Kunst der Westküste eröffnet mit Kunst von Bergen in Holland bis Bergen in Südnorwegen.

Das Museum widmet sich der kunst- und kulturwissenschaftlichen Erforschung und Vermittlung des Themas "Meer und Küste". 

Grundstock ist die Gemäldesammlung des Museumsstifters Frederik Paulsen (1909 bis 1997), dem Gründer des Pharmaunternehmens Ferring. Der war fasziniert von allem, was mit dem Maritimen zu tun hatte und sammelte auch Kunst, die sich mit solchen Motiven beschäftigt. 

Zu seiner Sammlung gehören unter anderem Werke von skandinavischen und deutschen Künstlern des 19. und 20. Jahrhunderts wie Anna K. Ancher, Michael P. Ancher, Max Beckmann, Johan C. C. Dahl, Peter S. Krøyer, Christian Krohg, Max Liebermann, Emil Nolde und Edvard Munch.

Die niederländische Malerei ist unter anderem durch den Romantiker Andreas Schelfhout und durch bedeutende Vertreter der Haager Schule, wie etwa Jozef Israëls und Hendrik Willem Mesdag, repräsentiert. 

Zum Bestand zählen außerdem Werke von Johan B. Jongkind und Eugène Boudin, die als Wegbereiter des Impressionismus gelten. Einen Schwerpunkt der Sammlung bildet schließlich die nordfriesische Malerei, die mit den Exponenten Otto H. Engel und Hans P. Feddersen vertreten ist.

"Sehnsucht nach den Weiten des Horizonts"

Die Sammlung umfasst derzeit etwa 480 Gemälde und grafische Werke. Die meisten Bilder sind zwischen 1830 und 1930 entstanden und dokumentieren die Lebenswelten der kontinentalen Nordseeküste. Darüber hinaus erzählen sie, wie es in der Selbstdarstellung des Hauses heißt, von der "zeitlosen Erhabenheit des Meeres, der Sehnsucht nach den Weiten des Horizonts und der Angst vor der Unbeherrschbarkeit der Elemente".

Das Museum ist nach den Entwürfen des Architekten Gregor Sunder-Plassmann aus Kappeln/Schlei als Museumskomplex mit insgesamt 750 Quadratmetern Fläche erbaut, der Tradition und Moderne zusammenfügt. Bestehende Bausubstanz wurde integriert, historische Scheunenbauten wurden zitiert, und die Höhendifferenz zwischen Geest und Marsch wird architektonisch erlebbar gemacht. Bestandteile der Gesamtanlage sind außerdem ein Museumsgarten und der im Stil eines skandinavischen Herrenhauses aus der Zeit um 1900 wieder aufgebaute "Grethjens Gasthof".

Museum Kunst der Westküste

Besucheradresse: Hauptstraße 1, 25938 Alkersum/Föhr; Öffnungszeiten: 1. März bis 30. September 10-17 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr, Montaggeschlossen. 1. Oktober bis 14. Januar 12-17 Uhr, Montag geschlossen. 15. Januar bis 28. Februar geschlossen
http://www.mkdw.de/