Skulpturen der Maler - Museum Frieder Burda

Malen in der dritten Dimension

Im 20. Jahrhundert war eine überkommene Ordnung durcheinander geraten: Große kreative Geister der Malerei nutzten ihre Erfahrung nun auch für die Bildhauerei – die Ausstellung "Die Skulpturen der Maler" im Museum Frieder Burda.

Der beste Kommentar, den ein Maler zu seiner Malerei abgeben könne, hat Pablo Picasso einmal gesagt, sei eine Skulptur. Das hat sich Jean Louis Prat zu Herzen genommen und für das Museum Frieder Burda in Baden-Baden die Ausstellung "Die Skulpturen der Maler" konzipiert.

Das 20. Jahrhundert markiert eine wichtige Schnittstelle, meint der französische Kurator Prat. Denn in früheren Jahrhunderten habe man noch klar zwischen Malern und Bildhauern unterschieden. Im 20. Jahrhundert gerate "diese festgesetzte Ordnung" dagegen durcheinander.

144 Werke sind nun in Baden-Baden zu sehen von Honoré Daumier bis Markus Lüpertz, Künstler, die jeweils mit Malerei und Skulpturen vertreten sind. "Dabei wird sinnfällig, wie sich das gegenseitig befruchtet", sagt Frank Schmidt, Kurator am Museum Frieder Burda. Durch die Gegenüberstellungen soll deutlich werden, welche Fragen den jeweiligen Künstler beschäftigen. Willem de Kooning ging es darum, die abstrakte Malerei in die Skulptur zu übersetzen. Aus einem groben Tonklumpen hat er hierzu mit der Hand eine Figur geformt, die dann in Bronze gegossen wurde. Max Beckmann ging es dagegen um die Figur im Raum: In seinen Gemälden sei der Raum immer gegenständlich gewesen, damit die Figur verortet werden kann, sagt Schmidt. In den Skulpturen habe er versucht, die Räumlichkeit der Malerei zu übersetzen.

Auch wenn bei Edgar Degas einem Gemälde mit Tänzerinnen seine "Vierzehnjährige Tänzerin" (um 1880) gegenübergestellt wird, so dass man den Eindruck hat, das Mädchen wäre aus dem Bild gestiegen und lebendig geworden, so geht es in der Ausstellung nicht darum, gleiche Motive zu finden, sagt Schmidt. Aber auch wenn nicht konkrete Motive konfrontiert werden, sei die Schau eine Herausforderung für das Haus. "Es war schwierig, diese Werke zu bekommen", sagt Schmidt, sie kämen nun von 40 Leihgebern aus aller Welt.

"Die Skulpturen der Maler"

Termin: bis 26. Oktober, Museum Frieder Burda, Baden-Baden. Katalog: Hatje Cantz Verlag, 29 Euro.
http://www.museum-frieder-burda.de