Lumix-Festival - Hannover

Bilderrausch und Augenschmaus

Das ehemalige Expo-Gelände in Hannover hat sich in eine große Fotogalerie verwandelt: Beim ersten "Lumix"-Festival für jungen Fotojournalismus sind insgesamt 60 Bilderserien von Autoren aus 21 Ländern zu sehen. "Die Besucher erwartet ein Spiegelbild der internationalen Spitze im jungen Fotojournalismus", sagt Initiator Rolf Nobel.
Festival für jungen Fotojournalismus:art präsentiert die Höhepunkte

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Die Fachhochschule Hannover (FHH) richtet das hervorragend besetzte viertägige Festival gemeinsam mit der Fotojournalisten-Organisation "FreeLens" aus. Es sei in dieser Form bundesweit einmalig, betonte Initiator Nobel. Mehr als 1300 Bilder sind zu sehen.

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Strecken Teaser

Darunter sind eindrucksvolle Sozialreportagen von Schauplätzen der Ausbeutung in der globalisierten Welt: Justin Jin fotografierte zum Beispiel in einer chinesischen Jeansfabrik. Schweiß und Schmerzen der Wanderarbeiter werden beim Betrachten der Bilder quasi fühlbar. Der Italiener Massimo Berruti hat Kindersklaven auf der indonesischen Insel Bali begleitet, die an Blinde verkauft werden und diese ein Leben lang als "Guides" begleiten. Diese Serie ist düster in schwarz-weiß in Szene gesetzt.

Für seine ungewöhnlichen Momentaufnahmen aus dem Irakkrieg hat der in New York lebende Deutsche Christoph Bangert in diesem Jahr den "World Press Award" gewonnen. Der Preis sei mit dem "Oscar" im Filmgeschäft vergleichbar, sagte Nobel. Bangerts Arbeiten sind im futuristischen Skywalk ausgestellt. Die 450 Meter lange gläserne Fußgängerröhre wird erstmals als Galerie genutzt. Zudem werden sieben Pavillons der ehemaligen Weltausstellung zu Ausstellungsorten. Faszinierend ist, wie nah die Bildautoren den Menschen kommen – ganz gleich ob bei Porträts von Cowboys in Montana, neureichen jungen Russen oder Punks in Deutschland.

Im Rahmen eines Vortragsprogramms hat die Festivalleitung sieben internationale Fotografen nach Hannover eingeladen, die ihre Arbeiten präsentieren. Dazu zählen die Magnum-Fotografen Thomas Höpker, Steve McCurry und Thomas Dworzak, sowie die Engländerin Vanessa Winship, die in Cannes gerade den Sony Award erhalten hat, und der tschechische Fotograf und World-Press-Photo-Gewinner Antonin Kratochvil. Außerdem erzählt der Amerikaner Brian Storm von seinen multimedialen Visionen für das Internet. Storms Unternehmen "Mediastorm" gehört weltweit zu den führenden Multimedia-Produzenten, die sich der Fotografie bedienen.

Im Erfolgsfall soll das Festival in Zukunft alle zwei Jahre stattfinden. Insgesamt hatten sich 437 Fotografen und Fotostudenten unter 35 Jahren für das Festival beworben. Eine Jury wählt unter den gezeigten Arbeiten den Preisträger des "FreeLens Award" aus, der am Samstag vergeben wird.

dpa

"Lumix – Festival für jungen Fotojournalismus"

Termin: bis 22. Juni 2008 auf dem Expo-Gelände in Hannover.
http://www.fotofestival-hannover.de/