Ägypten - Völklingen

Auf den Spuren der Tapeni

Von der Baustelle in die Gebläsehalle: ägyptische Schätze aus dem Museo Egizio Turin sind zu Gast im Weltkulturerbe.

Schweres Gerät rückt dem ägyptischen Museum in Turin zu Leibe.

7000 Kubikmeter Erdreich müssen bewegt, 2200 Kubikmeter Beton verbaut werden, 255 000 Kilogramm wiegen die eisernen Gerüste, 160 000 Meter messen die Stromleitungen, die zu verlegen sind – "grande progetto di trasformazione" (große Umgestaltung) nennen die Turiner das ehrgeizige Vorhaben, ihr Museum bis zum Jahr 2015 auf 10 000 Quadratmeter, verteilt auf vier Geschossebenen, auszuweiten. Als geradezu pharaonisch bezeichnet ein Werbefilm auf der Website des Museums das Projekt.

Das Museum nutzte die Gelegenheit – auch eine eindrucksvolle Werbung fürs eigene Haus – und schickte rund 250 wertvolle Objekte aus vier Jahrtausenden ins saarländische Völklingen. Hier sind sie jetzt in der Gebläsehalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte zu sehen.

Zu den Glanzstücken dieser an Höhepunkten reichen Schau zählt der aus Kalkstein gefertigte Deckel des Sarkophags eines pharaonischen Prinzen (1292 bis 1186 vor Christus) aus der Regierungszeit Ramses II.; die Farbpigmente für die Perücke, das Gesicht und den Kragen sind noch erhalten. Attraktionen sind auch die Statue des Hohepriesters Panehesi und seiner Frau (1550 bis 1292 vor Christus) aus der Zeit des Pharaos Echnaton oder der stuckierte und bemalte Innensarkophag der Tapeni, der Tochter eines wohlhabenden Priesters (712 bis 655 vor Christus). Sie trägt eine schwere Perücke, auf der die Göttin Nephthys dargestellt ist, während an der Fußseite des Holzsarkophags ein Bild des Apis-Stiers mit der Verstorbenen auf dem Rücken auf dem Weg zum Grab zu sehen ist.

Ägypten – Götter. Menschen. Pharaonen,

Völklingen, Völklinger Hütte,
bis 22.02.2015

http://www.voelklinger-huette.org/index.php?id=1870

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