Oscar Niemeyer - Copacabana

Mit 100 Jahren voll im Trend

Oscar Niemeyer feiert 100. Geburtstag – eine Hommage von art an die Architekturlegende und ein umfassender Bericht über sein Lebenswerk

Oscar Niemeyer, der Architekt der Moderne, feiert am 15. Dezember seinen 100. Geburtstag. Bekannt geworden durch seine Kombination aus moderner Nüchternheit und gewagten Kurven und Schwüngen, schuf Niemeyer eine einzigartige Gebäudekunst. Das Kunstmagazin art, das ab sofort im Handel erhältlich ist, berichtet ausführlich über das architektonische Schaffen Niemeyers und stellt seine außergewöhnlichen Bauten vor.

Mit 100 Jahren ist Niemeyer wieder modern. Trendmagazine widmen ihm Fotostrecken, Modefirmen wie Prada veranstalten Partys in seinen Gebäuden. Er selber schenkt aktuellen Trends kaum mehr Beachtung; ihm genügt die eigene Inspiration. In Zusammenarbeit mit Le Corbusier – dem Verkünder des rationalen Bauens – als dessen Berater, entdeckte der junge Architekt seinen eigenen Stil und verfolgte fortan den persönlichen Schwung mit dem Mittel des Stahlbetons.

Seinen großen Auftritt in Brasilien bekam Niemeyer mit dem Auftrag des Jahrhunderts, dem Entwurf sämtlicher Repräsentativbauten für Brasília, der Metropole des Fortschritts. Auch wenn die monumentalen Ausmaße des Terrains aus heutiger Sicht keine wirkliche Stadterfahrung zulassen, haben Oscar Niemeyers Gebäude kaum an Faszination verloren. Brasílias Kathedrale aus einer Kombination maximaler Einfachheit und Expression bildet das eindruckvollste Einzelstück. In erster Linie will er mit seinen Gebäuden bei den Menschen für Erstaunen sorgen.

Auch Niemeyers spätere Bauten wecken Faszination beim Betrachter. Das 1991 fertiggestellte Museum für zeitgenössische Kunst in Niterói bei Rio mutet wie ein futuristisches Objekt an und verstärkt Niemeyers Streben nach einer anderen, freieren Architektur. In seinem hohen Alter arbeitet er noch an zahlreichen Projekten und verfolgt frei fließende, sinnliche Kurven.

Eine opulente, 13-seitige Fotostrecke von Oskar Niemeyers Werk jetzt im neuen art-Heft am Kiosk.