Sensationen der Seidenstraße - Ausstellung in Berlin

Konservierte Wüstenschätze

Neue Funde zeugen vom reichen Treiben auf dem berühmtesten Handelswegnetz der Welt. Im Berliner Martin-Gropius-Bau sind derzeit 190 verblüffend gut erhaltene Objekte zu sehen, von denen einige fast 4000 Jahre im Wüstensand schlummerten.
190 verblüffende Funde aus 4000 Jahren:Reicher Austausch in vier Jahrtausenden

Dieses aufwendig gestaltetes Gürtelblech mit Tierkampfmotiv wurde vor rund 2200 Jahren in China getragen

Die Hauptachse erstreckte sich auf Land-, See- und Wüstenwegen von der alten chinesischen Hauptstadt Xian bis zur europäischen Mittelmeerküste. Neben kostbarer Seide, die der Route erst Mitte des 19. Jahrhunderts ihren Namen gab, wurden auch viele andere Waren und Wissen transportiert.

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Strecken Teaser

Die Ausstellung "Ursprünge der Seidenstraße" konzentriert sich vor allem auf jene Menschen, die zur Bronzezeit rund um das Tarimbecken und die Wüste Taklamakan im äußersten Westen Chinas wohnten. Die Taklamakan ist mit rund 530 000 Quadratkilometern die zweitgrößte Sandwüste der Erde. Die extreme Trockenheit ist der Grund für den einmaligen Erhaltungszustand der archäologischen Funde. Denn dadurch, dass Feuchtigkeit in diesem Klima praktisch nicht existent ist, können organische Materialen wie Holz oder Textilien sich auch fast nicht zersetzen.

Es ist die erste Schau außerhalb Chinas, in der so viele und eindrucksvolle Objekte zu sehen sind. Sie zeugen von den weit reichenden Beziehungen der Bewohner und beweisen, dass der Austausch in beiden Richtungen der Ost-West-Achse gut funtionierte: Einflüsse aus China sind ebenso dokumentiert wie die kulturelle Präsenz westlich-mediterraner, sibirischer und südasiatischer Kulturen. Dabei ist die Schau einer Reise von Fundort zu Fundort nachempfunden. Neben der großer Kunst- und Handwerksfertigkeit geben die Objekte auch Einblicke in Kultur und Leben der Bewohner der Seidenstraße vor zwei Jahrtausenden.

Infos

Die Ausstellung "Ursprünge der Seidenstraße" im Martin-Gropius-Bau läuft noch bis zum 14. Januar 2008. Dazu erscheint im Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, der Katalog "Ursprünge der Seidenstraße. Sensationelle Neufunde aus Xinjiang, China", herausgegeben von Alfried Wieczorek und Christoph Lind, Museumsausgabe: 24,90 Euro, Buchhandelsausgabe: 29,90 Euro
http://www.berlinerfestspiele.de/gropiusbau

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