Witze von Künstlern - Mainburg

BH statt Bar

Der Aufforderung von Franziska und Johannes Sperling, einen Lieblingswitz per Postkarte zu schicken, kamen rund hundert Künstler nach, darunter John Baldessari, Norbert Bisky, Robert Longo, Jonathan Meese, Erwin Wurm und Lawrence Weiner. Das Projekt ist nun als Buch erschienen und wird ab heute in einer Ausstellung präsentiert. art stellte den Initiatoren des sehr unterhaltsamen Projektes fünf längst nicht so unterhaltsame Fragen.
BH statt Bar:Künster schicken ihren Lieblingswitz

Der Lieblingswitz von Sean Scully, Vorderseite der Postkarte

Künstler nach ihren Lieblingswitzen fragen: klingt nach einer Schnapsidee. Wie kamen sie auf das Projekt?

Wir hatten vor einiger Zeit die Idee zu einem Postkartenbuch und haben dann lange überlegt, was uns die Künstler auf den Rückseiten schicken könnten.

Nach verschiedenen verworfenen Ideen entschieden wir uns für den Lieblingswitz. Dieser erlaubte einen ungezwungenen Umgang mit der Aufgabenstellung, erscheint nicht zu persönlich und verrät dennoch viel über den jeweiligen Absender.

Nach welchen Kriterien haben Sie die Künstler ausgewählt?

Los ging es vor knapp vier Jahren mit einer Wunschliste. Die wurde dann im Laufe der Zeit immer länger und auch ein bisschen größenwahnsinniger. Wir kannten kaum Künstler von dieser Liste persönlich. Dass tatsächlich so viele von ihnen so tolle Karten geschickt haben, überwältigt uns noch immer. An die Künstler erst einmal ranzukommen, war allerdings nicht in allen Fällen ganz einfach. Das konnte auch schon mal über ein Jahr dauern.

Welchen anderen Anspruch hat das Projekt für Sie, außer lustig zu sein?

Neben dem offensichtlichen Unterhaltungswert der Witze war für uns interessant zu sehen, ob der Witz zu dem Bild passt, das wir uns von einem Künstler gemacht hatten, den wir nur über sein künstlerisches Output kannten. Man erfährt sehr viel über die Persönlichkeit der Künstler: durch die Witze, aber auch durch die Handschrift und die Gestaltung der Karten. Und das alles wurde ganz analog, gemeinsam mit Tausenden anderen Sendungen, auf dem Postweg in eine niederbayerische Kleinstadt verschickt.

Bei welchen Künstler kann man denn Witz und Werk in Verbindung bringen?

Bei Künstlern wie Erwin Wurm, Tal R, oder David Shrigley, in deren Werk Humor sowieso schon eine Rolle spielt, fällt dies natürlich leicht. Einige Künstler haben die Aufgabenstellung aber auch etwas freier interpretiert und Ideen umgesetzt, die Verbindungen zu den konzeptuellen Ansätzen ihres sonstigen Werkes erkennen lassen, zum Beispiel Christian Jankowski, Tacita Dean, Karin Sander
oder Andreas Slominski.

Und welcher der eingesandten Beiträge ist jetzt ihr Lieblingswitz?

Oh, das ist wirklich schwer. Aber vor allem, weil er den Titel der Publikation "A Man Walks into a Bar ..." aufgreift, fällt uns spontan der Witz ein, den Lawrence Weiner geschickt hat: "A dyslexic man walked into a Bra", frei übersetzt: "Kommt ein Legastheniker in einen BH".

A Man Walks into a Bar ...

Die Ausstellung wird am 26. September eröffnet und danach an folgenden Terminen von 14 - 18 Uhr geöffnet sein: 27. und 28. September, 3. Oktober, 11. und 12. Oktober, 1. und 2. November, 22. und 23. November.

Außerdem kann unter der unten angegebenden E-Mail-Adresse ein Besuchstermin vereinbart werden.

Das Buch zum Projekt ist im Hatje Cantz Verlag erschienen und kostet 14,80 Euro.

"A Man Walks Into a Bar. Jokes & Postcards", Hrsg. Franziska Sperling, Johannes Sperling, Gestaltung von Hermann Hülsenberg Studio, Niklas Sagebiel, Deutsch, Englisch, 2014, 224 Seiten, 201 Abb., 12,50 x 16,50 cm, Softcover, ISBN 978-3-7757-3914-6
http://www.a-man-walks-into-a-bar.com/
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