4. Triennale der Photographie - Hamburg

Vom Dampfzug bis zur Digitalkunst

Hamburg feiert die Fotokunst. Über 140 Fotografen präsentieren in 86 Ausstellungen ihre Arbeiten: Eine Vorschau auf die 4. Triennale der Photographie.
Vom Dampfzug bis zur Digitalkunst:Vorschau auf die 4. Triennale der Photographie

Museum der Arbeit, Hamburg: "Trainspotting. Amerikas letzte Dampfzüge fotografiert von Winston Link"

Fast 30 Festivals für Fotografie wurden in den vergangenen zehn Jahren in Europa neu gegründet. Zwischen Moskau und Braga, Athen und Sundsvall sprießt das Interesse an dem Medium in einer Intensität, die angesichts des Verlustes an Glaubwürdigkeit und Bedeutung der klassischen Fotografie überrascht. Mit dem Einsatz der Computermanipulation ist das Foto seiner Beweiskraft beraubt, die Grenzen zur Grafik sind fließend geworden, und dank der Digitalkamera ist die Welt so gründlich und oft auch ansehnlich von Amateuren durchfotografiert, dass professionelle Bildkunst ihren Anspruch kaum aufrechterhalten kann.

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Auch ein Festival wie die Hambur-ger Triennale der Photographie steht dieser Krise hilflos gegenüber. Alle drei Jahre setzt eine Initiative unter Leitung des einstigen Modefotografen F. C. Gundlach einen Rahmen, in dem dann zahlreiche Museen und Galerien alles ausstellen können, was sich unter dem Begriff subsumieren lässt. Fotografie aus der Zeit, als das Medium noch die Wirklichkeit abbildete, mischt sich mit Internet­schnapp­schüssen, Mode- steht neben Kunstfotografie, Kitsch reiht sich an Kon­zeptkunst, Stars treffen auf Hobbyknipser.

Die vierte Triennale verzichtet deswegen auch erstmals auf ein Motto. In der Hauptausstellung in seinem Haus der Photographie in den Deichtorhallen stellt Gundlach das eigene Werk aus, daneben werden Fotoarbeiten der Schweizer Künstler Fischli & Weiss gezeigt. Candida Höfer und Karin Székessy erhalten weitere Einzelausstellungen, Walter Schels beklemmende Schwarzweißbilder von Sterbenden und Amerikas letzte Dampfzüge können in den zehn Tagen des Festivals ebenso angesehen werden wie litauische Architektur und Food­fotos. Ergänzt werden die über 70 Ausstel­lungen in Museen, Galerien und anderen Institutionen in und um Hamburg mit Symposien – etwa zum Lächeln in der Fotografie – und Podiumsdiskussionen.

Vielleicht ist das Konzept, das Festival an der ganzen Qualitätsbreite und nicht an einem gemeinsamen künstlerischen Anspruch auszurichten, genau der Grund, dass diese Triennale so erfolgreich ist. Vor drei Jahren zählte der Veranstalter 260 000 Besucher. Es ist eben für jeden etwas dabei.

"4. Triennale der Photographie"

Termin: 11. April bis 20. April, Hamburg.
http://www.phototriennale.de/