Kunst-Pannen - Damien Hirst

Verlorene Liebesmüh

Damien Hirst macht seine Kunst nicht für die Ewigkeit
Kunst-Verfall:Damien Hirst erklärt Kunst-Pannen

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Mehrmals ist Damien Hirst wegen des Zustands seiner mit Formaldehyd gefüllten Glasvitrinen angegriffen worden: Sein eingelegter Hai hatte zu verwesen begonnen, der Künstler erklärte sich seinerzeit bereit, das Werk für dessen amerikanischen Besitzer noch einmal neu zu machen. Kürzlich wurde auch bekannt, dass die dem Astrup Fearnley Museum in Oslo gehörende Arbeit "Mother and Child Divided" von 1995 leckte. Auch hier lenkte Hirst ein.
Doch nun schießt er zurück: In einem Artikel im Londoner "Guardian" räumt er mit einem Missverständnis auf: Viele glaubten, er benutze Formaldehyd, "um ein Objekt für immer zu konservieren". Tatsächlich aber benutze er es in erster Linie, "um eine Idee zu kommunizieren". Der Künstler stellt klar, dass er die Erhaltung seiner Arbeiten zwar als Teil seines Jobs als Künstler ansieht: "Etwa alle zehn Jahre versuche ich, meine Werke auf Vordermann zu bringen, damit sie frisch aussehen." Doch sei das dann noch das Original, fragt er sich, und antwortet mit einem Gleichnis: "Wenn mein Großvater meinem Vater seine Axt vermacht, und dieser den Griff austauscht, sie an mich weitergibt und ich die Klinge austausche: Ist es dann noch immer meines Großvaters Axt?" Ja und nein, sagt Hirst. "Wir müssen uns fragen, was wir erhalten wollen? Das Original? Das ist verlorene Liebesmüh."