Omer Fast - Preis der Nationalgalerie

Hauptsache ist, dass es den Preis gibt

Der israelische Künstler Omer Fast gewinnt den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst 2009 – und die Kunstszene feiert sich im Hamburger Bahnhof in Berlin.
"Hauptsache ist, dass es den Preis gibt":Preis der Nationalgalerie 2009

Omer Fast – Gewinner des Preis der Nationalgalerie für junge Kunst 2009

And the winner is... Omer Fast. Als auf der Preisverleihungsgala im Hamburger Bahnhof gestern Abend nach vielen Reden endlich der Gewinner des diesjährigen Preises der Nationalgalerie für junge Kunst verkündet wurde, gab es nur wenig überraschte Gesichter. Der israelische Künstler galt unter den nominierten Künstlern schon seit längerem als heimlicher Favorit. Im Hamburger Bahnhof präsentierte er eine dreiteilige Video-Installation mit dem Titel "Nostalgia", die sich um die Geschichte eines westafrikanischen Flüchtlings dreht.

"Omer Fasts Filmprojekte zeichnen sich durch eine virtuose Auseinandersetzung mit dem Medium Film und seinen unterschiedlichen Ausdrucksformen aus. Von einem Flüchtlingsschicksal ausgehend, gelingt es dem Künstler, den Betrachter von der Gegenwart in eine fiktive Vergangenheit zu führen", begründete die vierköpfige Jury, bestehend aus Daniel Birnbaum (Städelschule), Sam Keller (Fondation Beyeler), Christine Macel (Centre Pompidou) und Gabriele Knappstein (Hamburger Bahnhof) ihre Entscheidung. Der Preis, der vom Verein der Freunde der Nationalgalerie gestiftet und von BMW gefördert wird, ist mit 50 000 Euro dotiert. Als symbolischen Preis übergab die Juryvorsitzende Christine Macel dem Gewinner ein signiertes Multiple von Joseph Beuys. Omer Fast bedankte sich herzlich in akzentfreiem Deutsch. Der 35-jährige Künstler lebt und arbeitet wie alle Nominierten in Berlin.

Neben Fast standen Annette Kelm, Keren Cytter und Danh Vo zur Wahl. Die Verlierer nahmen die Entscheidung sportlich oder ertränkten ihre Enttäuschung in Champagner. Annette Kelm ließ sich von ihrem Galeristen Johann Koenig trösten. Mit einer aktuellen Ausstellung in den Berliner Kunst-Werken kann sie sich über mangelnde Aufmerksamkeit nicht beklagen. Unter den Gästen ging die Meinung über die Juryentscheidung auseinander. "Unser Favorit war Danh Vo", sagte das Sammlerehepaar Haubrok. Thomas Schulte wiederum hatte keinen Favoriten. "Mir reicht es, wenn ich mich bei der Bundesliga jedes Wochenende vertippe", meinte der Berliner Galerist. Und Julian Heynen, Kurator am K21 in Düsseldorf, meinte, eigentlich sei es doch ganz egal, wer gewinne. "Die Haupsache ist, dass es den Preis gibt".

Für alle, die dennoch ihren persönlichen Favoriten küren wollen, gibt es eine zweite Chance. art lobt am 15. Dezember erstmals einen Publikumspreis unter den nominierten Künstlern aus. Interessierte können hier ihre Stimme abgeben und dabei selbst Preise im Wert von mehreren 1000 Euro gewinnen – darunter diese 15 hochwertigen Bildbände! Teilnahmeschluss ist der 1. Dezember.

"Preis der Nationalgalerie für Junge Kunst 2009"

Termin: bis 3. Januar 2010, Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart Berlin. Katalog: 2 Euro. Sponsor: BMW
http://www.preis2009.de/