Akt Now!

Aktfotografie

Akt Now: Bob Coulter
Bob Coulter: Athena at "Duff's Brooklyn" (© Bob Coulter)

AKT NOW: BOB COULTER

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder internationaler Fotografen. Diesmal: Bob Coulter.

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Es ist "Rock’n Roll". Es ist unanständig. Anscheinend gibt es Menschen, die sich durch Nacktheit verletzt fühlen oder geschockt sind. Und genau das soll sich in ihren Gesichtern offenbaren.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Ich habe eigentlich keine Limits oder Tabus. Das ist mehr eine Frage, wie weit das Model gehen würde. Ich zwinge meine Models nicht zu Dingen, die sie nicht machen wollen. Aber manchmal, wenn ich eine Idee unbedingt umsetzen möchte, rede ich ihnen gut zu.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Wenn das Bild nicht langweilig ist. Oder wenn Widersprüche und Kontraste im Bild zu sehen sind, die weit über die eigentliche Nacktheit hinausgehen. Ich denke auch, dass ein Akt zum Kunstwerk wird, wenn das Bild von einem Künstler aufgenommen wurde. Ich weiß es nicht. Aber ich weiß auf jeden Fall, dass nur wenige Aktfotos etwas Künstlerisches haben. Nicht jedes Aktfoto ist automatisch Kunst. Oft beschränkt sich Aktfotografie eben nur auf gutaussehende, nackte Frauen, die gut ausgeleuchtet und in vorteilhaftem Licht fotografiert wurden.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Ich liebe den Ausdruck der Bilder aus Mary Ellen Marks Buch "Falkland Road". Es gibt einige coole Modefotografen, deren Namen ich nicht weiß und ab und an gibt es auch Anzeigen von Calvin Klein oder Marc Jacobs, die interessant sind. Ich kann mich in verschiedene Stimmungen hineinversetzen, in denen ich wirklich coole Fotos schießen kann. Ich produzierte früher Musik-Alben. Musik inspiriert mich meistens immr noch. Ich schaue mir aber auch gerne Reisefotografien an. Helmut Newton rockt, aber er ist tot.

Was war der peinlichste Moment?

Den gab es nicht.

Welche Rolle spielen die Inszenierung und der Zufall in Ihren Fotografien?

Ich inszeniere meine Bilder nicht. Ich mag den Look davon nicht. Egal, wie viel Zeit oder Mühe man sich gibt, um ein Bild zu inszenieren, es sieht immer künstlich und gestellt aus. Ich suche mir immer coole Locations und lasse sie, wie sie sind. Ich mag keine inszenierten Bilder. Ich brauche eigentlich nur zwei verschiedene Dinge, damit ein Bild gut wird: ein interessant aussehendes Model und eine interessant aussehende Location. Zufälle, wie ein Fernseher der im Hintergrund läuft und gerade etwas zeigt, das zu dem passt, was das Model tut, oder jemand der urplötzlich durchs Bild läuft und merkwürdig dreinschaut, können das Besondere eines Bildes ausmachen. Aber du kannst dich nicht darauf verlassen, deshalb denke ich nicht darüber nach.

Es ist mir ein Rätsel, wie ein Fotograf es hinbekommt, dass ein Wal nur 50 Meter vor ihm und seiner Kamera aus dem Wasser springt. Ich habe diese Geduld nicht. Der einzige schwierige Teil an meinen Aufnahmen ist es, eine gute Location zu finden. Ich fotografiere genau in der gleichen Weise, wie ich damals Musik geschrieben und produziert habe. Je unkomplizierter, desto besser. Ich vertraue einfach meinem Gefühl.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich würde es toll finden, wenn große Kunstgalerien oder Museen meine Fotografien austellen würden, wie das Museum of Modern Art in New York. Gerne würde ich meine Bilder auch in Mainstream-Magazinen wie der Vogue veröffentlichen. Ich war noch nie in Fotostrecken, auf Zeitschriftencovern oder in Modeanzeigen vertreten. Bis jetzt habe ich nur Bilder für meine eigene Webseite (CrAZyBaBe.com) produziert. Ich habe aber das Bedürfnis, mich beruflich weiterzuentwickeln, zu expandieren.

Steckbrief: Bob Coulter

Hochschule/Ausbildung: High School

Alter: 56

http://www.CrAZyBaBe.com

bob@bobcoulter.com

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