Ihre Arbeit besticht durch Schönheit, Perfektion, aber auch Sauberkeit. Aspekte von Zerstörung, Konflikten und Schmutz sind sorgsam ausgespart. Warum vermeiden Sie die Darstellung des Aggressiven in ihrer Kunst?

Das ist keine schlechte Idee. Vielleicht sollten wir mal was Aggressives machen. Aber ich versuche schon, Projekte zu entwickeln, die von der Gesellschaft nicht zu trennen sind. Nur für mich ergibt es mehr Sinn, sie aus der Frage zu entwickeln: Was ist eigentlich Wirklichkeit? Mit dieser Herangehensweise meine ich, eine Art von selbstkritischem Bewusstsein zu fördern. Auch gesellschaftlich kann es sehr produktiv sein, über so etwas zu sprechen, weil unsere parlamentarische Entwicklung im Grunde gegen die Vielfalt gerichtet ist.

Sie sprechen immer von der Wahrnehmung der Natur, aber es geht ja auch um die Natur selbst. Ist die Natur für Sie eine Art Vorbild, das Sie nachformen?

Ich meine, dass die so genannte Natur zu einem Phänomen der Kultur geworden ist. So sehe ich die Natur eher, wie der Maler seine Palette sieht. Wie die Natur dann benützt wird, kümmert mich nicht so sehr, so lange sie mit den Menschen in Verbindung gesetzt wird. Persönlich gewinne ich natürlich starke Inspiration aus der Natur. Aber ich habe kein romantisches oder pathetisches Verhältnis zu ihr. Man findet in der Natur einfach einen unheimlichen Reichtum in der Darstellung von dimensionalen Phänomenen. Außerdem trägt Natur eine große illusorische Qualität in sich. Jeder kann seine Metaphern und seine Erinnerungen hineinprojizieren. Die Natur hat etwas unglaublich Offenes. Das hört sich kitschig an, aber als Sprache ist das phänomenal.

Haben Sie selbst noch einen direkten Zugang zur Natur?

Ich bin in Skandinavien aufgewachsen, und das hat mich sicherlich geprägt. Allerdings nicht so stark, wie in einer protestantischen Mittelklassefamilie in einem etwas missratenen Wohlfahrtsstaat auf dem Land aufzuwachsen. Das ist viel deutlicher in meine Arbeit eingegangen als die Natur. Aber ich selbst gehe unglaublich gerne in die Natur.

Wohin gehen Sie da?

Nach Island. Sonst gibt es doch keine Natur mehr, oder?

Man kann auch nach Italien fahren.

Das ist doch keine Natur. Natur ist da nur noch Schnickschnack.

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1 Leserkommentar vorhanden

bömann

19:51

03 / 04 / 10 // 

pferdewurst, oder was?

was soll das denn? ich dachte hier gibts pferdewurst

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