Radar

Florian Waldvogel

Florian Waldvogel über Alexandra Bircken
Alexandra Bircken, "Unit 1", 2008; Aluminium lackiert, Aluminiumstangen, Montageschaum, Stoff, Wolle (Courtesy BQ, Köln; Herald St., London)

FLORIAN WALDVOGEL ÜBER ALEXANDRA BIRCKEN

Für unsere neue Serie "Radar" fragen wir jede Woche Sammler, Kuratoren, Dozenten und Kritiker nach ihrem aktuellen Lieblingskünstler. Diesmal: Florian Waldvogel, 39, Kurator am Rotterdamer Museum Witte de With, über die Kölner Künstlerin Alexandra Bircken.
// FLORIAN WALDVOGEL

Vor kurzem habe ich eine Ausstellung von Alexandra Bircken im Stedelijk Museum in Amsterdam gesehen, die mich wirklich beeindruckt hat. Mit ihren Arbeiten stellt die in Köln lebende Künstlerin herkömmliche Erwartungen an Materialität und deren Wahrnehmungsökonomie als kulturelle Zuschreibungstechnik in Frage.

Ihre Objekte und Installationen sind Fragmente, die als Ausschnitt auf etwas Größeres verweisen, und in der die Kombination von natürlichen Materialien unseren Blick auf die Wirklichkeit verschiebt. Birckens Szenarien sind offene Bühnen, die das zwiespältige Verhältnis des Menschen zur Natur und Kultur spiegeln.

Durch die Kontextverschiebung erfahren ihre Fragmente eine Nobilitierung und brechen aus der reinen Selbstbezüglichkeit der Kunst aus. Die hybriden Konstellationen und die Kontrastierung der verschiedenen Materialien beziehen das "Außen" mit ein. Der Betrachter wird eingeladen, die Leerstellen zu synthetisieren und erfährt durch die offene Struktur des Werkes eine aktive rezeptionästhetische Konsequenz.

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