Radar

Harald Falckenberg

Harald Falckenberg über Markus Vater
Markus Vater, "No Title (Lightbulb)", 2004 (Courtesy: Sammlung Falckenberg)

HARALD FALCKENBERG ÜBER MARKUS VATER

Für unsere neue Serie "Radar" fragen wir jede Woche Sammler, Kuratoren, Dozenten und Kritiker nach ihrem aktuellen Lieblingskünstler. Diesmal: Der Hamburger Sammler und Autor Harald Falckenberg, 64, über den Künstler Markus Vater, der in der Eifel aufwuchs, in Düsseldorf Kunst studierte und mit Frau und Kind heute in London lebt.
// HARALD FALCKENBERG

Markus Vater, 1970 in Düsseldorf geboren, hatte bereits Kunstgeschichte und Philosophie studiert, als er sich mit Mitte zwanzig entschloss, Künstler zu werden. Er absolvierte sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf (Meisterklasse Alfonso Hueppi) und schloss es am Royal College of Art in London ab. Diese gründliche Ausbildung unterscheidet Markus Vater von so vielen seiner jungen Künstlerkollegen, die im heutigen Kunstboom schnell Karriere machen wollen.

Die Arbeiten sind auf eigene Weise glaubhaft und einnehmend. Sein Witz und seine Sprachverdrehungen erinnern an Martin Kippenberger. Wie bei diesem sind der Schmerz und die Mittelchen dagegen künstlerisches Sujet. Die großen menschlichen Themen scheint Markus Vater aus der Sicht eines halb schlafenden Schülers in der letzten Reihe des Klassenraums zu behandeln.

Seine Bilder folgen keiner bestimmten Stilrichtung und widersetzen sich der Einordnung. Voller Widersprüche und ohne jeden Respekt lassen sie sich am ehesten mit den Kategorien des Grotesken und des Absurden erfassen. Unvereinbares, unaufgeregt dargeboten im coolen Jargon junger Zeitgenossen. Man trifft sich nicht auf dem Seziertisch wie Nähmaschine und Regenschirm zu seligen Zeiten Lautréamonts, nein, ganz undramatisch geht es zu.

Es kann passieren oder eben nicht, eher nach dem Motto: Person trifft Esel, Esel schläft. Dann sind da noch die klugen Fragen, selbstverständlich interdisziplinär-wissenschaftlichen Zuschnitts. Meine Lieblingsarbeit/-frage von Markus Vater, einmal mehr auf Schmerz bezogen: "If pain is transmitted through electrical impulses. How much pain has a lightbulb?"

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