Deutscher Pavillon

Venedig Biennale

Ai Weiwei plus drei für Deutschland
Susanne Gaensheimer, Direktorin des Museums für Moderne Kunst, kniet in einer Vasen-Installation des Chinesen Ai Weiwei, den sie jetzt als einen von vier Künstlern ausgewählt hat, den Deutschen Pavillon bei der Venedig Biennale 2013 zu bespielen.

AI WEIWEI PLUS DREI FÜR DEUTSCHLAND

Biennale-Kuratorin Susanne Gaensheimer hat vier ausländische Künstler für den deutschen Pavillon ausgewählt, darunter auch Chinas prominentesten Dissidenten Ai Weiwei
// UTE THON

Auf der Venedig-Biennale 2013 werden vier ausländische Künstler den deutschen Pavillon bespielen: Ai Weiwei, Romuald Karmakar, Santu Mofokeng und Dayanita Singh. Das gab Susanne Gaenheimer heute bekannt.

Die Direktorin des MMK in Frankfurt und erneute Kuratorin für den deutschen Pavillon begründete ihre Entscheidung mit Einsichten, die sie bei der Planung ihres letzten Biennale-Beitrags gewonnen habe. 2011 hatte Gaensheimer im deutschen Pavillon eine Ausstellung mit dem überraschend verstorbenen Theater- und Filmemacher Christoph Schlingensief geplant und mit der posthumen Präsentation den Goldenen Löwen gewonnen. Schlingensief habe für den deutschen Pavillon eigentlich eine grundsätzliche Problematisierung des deutschen, europäischen, westlichen Verhältnisses zu Afrika anstoßen wollen. Diese kritische Beschäftigung mit der Bedeutung traditioneller Formen nationaler Repräsentation in den Länderpavillons will Gaensheimer nun auf der 55. Venedig-Biennale fortsetzen.

Für den deutschen Pavillon plant sie eine Gruppenausstellung mit vier Künstlern, die zwar Verbindungen zu Deutschland haben, aber keinen deutschen Pass. Neben dem bekannten chinesischen Multimedia-Künstler Ai Weiwei, mit dem sich Gaensheimer bereits mehrfach in Bejing getroffen hat, hat die Kuratorin die indische Fotokünstlerin Dayanita Singh, den südafrikanischen Dokumentarfotografen Santu Mofokeng und den französisch-stämmigen Filmemacher Romuald Karmakar eingeladen. Karmakar ist der einzige der vier, der in Deutschland lebt. Er wurde 1965 in Wiesbaden geboren, arbeitet heute in Berlin und hat sich mit der Dramatisierung deutschen Zeitgeschehens und Filmen wie "Das Himmler-Projekt" und "Der Totmacher" einen Namen gemacht.

Für Gaensheimer repräsentiert ihre international ausgerichtete Künstlerwahl die deutsche Alltagswelt, die von unterschiedlichen Religionen, Kulturen und politischen Ansätzen geprägt ist. "Die von mir eingeladenen Künstler und ihre Werke sind repräsentativ für verschiedene Themen, die sich aus dem Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Ideologien und Lebensentwürfe ergeben und uns heute besonders betreffen", sagt die Venedig-Kuratorin. "Wichtig ist mir dabei, dass es ihnen gelingt, unsere Perspektive zu erweitern und uns einen Zugang zum Blick der Anderen zu schaffen, teilweise auch auf unbequeme Weise. Obwohl sie ihre Werke aus den spezifischen, lokalen Kontexten heraus entwickeln, realisieren sie durch die Integration ihrer eigenen Erfahrungen von Internationalität eine Art anthropologisch universeller Bildsprache."

Was genau die Künstler im deutschen Pavillon zeigen werden, bleibt noch geheim. Nur soviel: Es werden neue Arbeiten sein, die mit bestehenden Werkgruppen kombiniert werden. Und es wird eine Ausstellung mit sinnlich erfahrbarer Kunst, "kein trockener hardcore-politischer Pavillon". Zudem plant Gaensheimer eine engere Zusammenarbeit mit anderen Länderpavillons. Derzeit finden Gespräche mit Christine Macel, der Kuratorin des französischen Pavillons, über mögliche Kooperationen zwischen Frankreich und Deutschland statt.

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3 Leserkommentare vorhanden

paradelova

00:41

20 / 09 / 12 // 

Großartig!

mehr kann man dazu nicht sagen! Ein sehr vielversprechendes Konzept für den deutschen Pavillion,ich verspreche mir sehr viel mehr Dynamik als vom SchliengensiefTempel.

Thierry Geoffroy/ Colonel

12:18

20 / 09 / 12 // 

Are Germans really not Germans at the German pavillion ? = Biennalist question

It sounds the pavilion is questioning the Venice Biennale structure ., the nations , alliance with France .... it is fact a " Biennalist" question at Venice Biennale ... more to come from us as this subject is too interesting ... Are Germans really not Germans at the German pavillion ? http://youtu.be/bc6QH7ceV58 here Biennalist : http://www.emergencyrooms.org/biennalist.html

Thierry Geoffroy/ Colonel

12:18

20 / 09 / 12 // 

Are Germans really not Germans at the German pavillion ? = Biennalist question

It sounds the pavilion is questioning the Venice Biennale structure ., the nations , alliance with France .... it is fact a " Biennalist" question at Venice Biennale ... more to come from us as this subject is too interesting ... Are Germans really not Germans at the German pavillion ? http://youtu.be/bc6QH7ceV58 here Biennalist : http://www.emergencyrooms.org/biennalist.html

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