Akt Now!

Aktfotografie

Akt Now: Daniel Peter
Daniel Peter: "Jenni", C-Print, aus der Serie "Kunstblut" (© Daniel Peter)

AKT NOW: DANIEL PETER

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder internationaler Fotografen. Diesmal: Daniel Peter

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Ich glaube nicht an Authentizität in der Fotografie. Deswegen versuche ich, in meinen Bildern möglichst weit vom natürlichen Seheindruck wegzukommen.

Die Fotografie als Medium soll immer präsent sein. Die Lichtführung spielt da eine große Rolle und die Form der Inszenierung. Auch der Akt ist Teil dieses Verfremdungsprozesses. Der nackte Körper erzeugt nach wie vor Irritation, gerade in einem Kontext, in dem man Nacktheit nicht erwartet.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Prinzipiell gibt es für mich keine Tabus, zumindest keine gesellschaftlich festgelegten. Ich versuche, mich an meinen persönlichen Werten zu orientieren und meine Bildwelt damit in Einklang zu bringen.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Das ist so vielschichtig wie die Frage nach dem künstlerischen Wert von Fotografie an sich. Ich denke, am wenigsten relevant ist die Intention. Der Kontext spielt eine ganz entscheidende Rolle, wie zum Beispiel bei Duchamp und seinem Pissoir. Und natürlich die Originalität. Füge ich dem fotografischen Kanon etwas hinzu, oder wiederhole ich nur, was bereits andere schon hundertmal gemacht haben? Aber das hängt natürlich wieder ab vom Horizont des Betrachters und dessen Einschätzung.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Auf jeden Fall. Europäisches B-Kino aus den siebziger Jahren: Giallos, Horrorfilme, Exploitation. Vor allem die Streifen aus Italien sind ein nie versiegender Quell an Inspiration. Verrücktes Kino mit sehr viel Pioniergeist.

Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?

Punkrock. Ich bewege mich jetzt seit fast 20 Jahren in der Szene und halte sie, entgegen anders lautender Gerüchte, nach wie vor für eine der lebhaftesten und originellsten. Es ist ein subkulturelles Biotop.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Latino Punks in Los Angeles fotografieren. Ich habe vergangenes Jahr auf einer Hinterhof-Show in der Nähe von Hollywood jede Menge Punks mit mexikanischen Wurzeln kennengelernt. Das ist eine ganz eigene Szene, im Tenor rauher und authentischer als die bürgerlich geprägte Subkultur in Deutschland.

Daniel Peter

Hochschule/Ausbildung: Fotografie und Medien an der FH Gestaltung, Bielefeld

Alter: 35

Nächste Ausstellung: Bald

http://www.danielpeter.net

daniel@danielpeter.net

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